Archiv der Kategorie 'Selbstbezügliches'

HipHop, Hardcore, Heimathass Vol.2

Am Gründonnerstag bringt die Antifa Horgau nun schon zum zweiten mal unter altbewährtem Motto die Turntables zum Kochen. Die allseits beliebte Kirschgoiß werden wir wieder für den unschlagbaren Preis von nur 1,50 Euro anbieten, um euch einen netten, lauten und feucht-fröhlichen Abend zu garantieren.

Playlist:
20:00 – 21:30 Uhr: HipHop
21:30 – 23:00 Uhr: Hardcore
23:00 – open end: Electro

Also kommt zahlreich in die Ganze Bäckerei, Reitmayrgäßchen 4

Endlich vorbei!

Endlich geschafft: der für uns alle stressige und ermüdende Lokalwahlkampf ist zu Ende und wir können uns nun endlich wieder auf wirklich wichtige Dinge konzentrieren.
Das Resume steht für uns auf jeden Fall fest: Wir haben die Wahlen gewonnen! Die Wahlbeteiligung lag bei schlaffen 65,80% (2002: 74,59%). Das Minus von fast 10% freut uns und bestärkt uns darin, dass wir durchaus einen gewissen Anteil der Hogauer hinter uns haben.

Wie zu erwarten hat sich an der sonstigen politischen Konstellation Horgaus nichts geändert. Der Bürgerverein hält 5, die CSU 4 und die Freien Wähler 3 Sitze, SPD und Bündnis Umwelt jeweils einen. Aber, wie gesagt: daran etwas zu ändern war auch nicht unser Ziel. Vielleicht hat unsere Fundamentalopposition letztendlich sogar mehr Auswirkungen aufs Dorfgeschehen als wenn wir uns hinter irgendeine Partei stellen würden. Die relativ kurzfristig angekündigte Jugendparty der CSU gibt zumindest Anlass zu Spekulationen, ob man da nicht doch versucht hat, auf unseren Flyer zu reagieren.

Letztendlich brüsten wir uns also durchaus mit einem gewissen Erfolg und werden unsere (Anti-)Politik daher unermüdlich fortsetzen.

Der Flyer

Zum ersten Mal hat es die Antifa Horgau gewagt, sich an die Horgauer Öffentlichkeit mit einem Flyer zu wenden. Er bildete den Gipfelpunkt unserer Kampagne gegen die Kommunalwahlen und ist in der Nacht vom 15. auf den 16. 2. an möglichst viele Haushalte in Horgau verteilt worden. Auf dem Cover war unser geliebter Bürgermeister in guter alter Stalin-Pose zu sehen. Der Text war folgender:

“Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.“

Diese Worte Erich Honeckers waren kein Irrtum, sondern sind Realität geworden – in unserer Gemeinde. Bereits in den 80ern wurde zur Zeit des so genannten „Freiheitskampfes“ den Vertretern des Bürgervereins Maoismus vorgeworfen. Mit ihrer lokalpatriotischen Kulturrevolution haben sie Erfolg gehabt – 6/7 des Horgauer Gemeinderats werden von einer großen bürgerlichen Koalition besetzt, zu der sich eine Scheinopposition von Sozialromantikern und Froschfreunden gesellt. Die anstehenden Kommunalwahlen haben den Charakter der Wahlen zur Volkskammer in der DDR: einem vorgegebenen Verteilungsschlüssel kann man zustimmen oder ablehnen, an der Zusammensetzung dieses „Rates“ wird sich wenig ändern.
Schon allein die Bezeichnung „Rat“ weckt Erinnerungen. „Sowjet“ heißt auf Deutsch „Rat“, die Kommunisten wollten in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg eine „Räterepublik“ errichten. Horgau ist unter der Herrschaft des Bürgervereins und seiner Schwesterorganisationen zu einer Miniatursowjetunion geworden. Die Verbände von den Wander- und Schnupferfreunden über die Freiwillige Feuerwehr bis zur Kirche und dem FC Horgau sind gleichgeschaltet und mit Funktionären besetzt, das Gemeindeblatt wie der Rothtaler sind Propagandaorgane eines korrupten, auf Vetternwirtschaft basierenden Regimes, das sich mit Monumentalbauten wie der Rothtalhalle, den Feuerwehrhäusern und dem neuen Vereinsheim zu verewigen sucht. Sie rufen uns auf, uns für die Gemeinde doch gefälligst zu engagieren und nicht nur rumzumäkeln, doch dieses Engagement gleicht einem Eintritt in die FDJ, ohne den man es in der DDR wie in Horgau zu nichts bringen konnte und kann. Eine materielle Mauer braucht es nicht – doch umso deutlicher ist die immaterielle Mauer spürbar, die Horgau vom Rest der Welt abschneidet. Jahrhunderte der Aufklärung sind an Horgau spurlos vorbeigegangen, dies wird schon allein durch den Einfluss der Kirchen auf das Dorfleben, die uns mit ihrem penetranten Gebimmel nerven, ersichtlich. Die miserable Busverbindung, sowohl zu Augsburg als auch zu den Nachbargemeinden, tut ihr Übriges. Die „selbstverschuldete Unmündigkeit“ (Kant) lebt in Horgau wie in Bayern insgesamt fort.

Die anstehenden Wahlen sind eine gute Gelegenheit, dem Hafner-Regime einen Denkzettel zu verpassen und somit den Weg zu einer freiheitlichen Gesellschaft zu ebnen. Wahlen, die keine echte Opposition kennen, sind nicht demokratisch, sie sind oligarchisch und verdienen es nicht, Ernst genommen zu werden. Wer Hafner, Hörmann und die Maoisten verhindern will, geht am besten gar nicht erst hin oder schreibt ein Gedicht auf den Wahlzettel. Dieser kreative Akt würde mehr bringen, als seine Stimme denen zu geben, denen selbst die Musikschule zuviel Kultur und somit Geldverschwendung ist, die man nur erträgt, weil man glaubt, damit Jugendliche von asozialem Verhalten abhalten zu können. An die Stelle klassischer Musik tritt Blaskappelenmarsch und Bierzeltschlager. Jazz ist für den angestammten Horgauer ohnehin ein Fremdwort.

Alternativvorschläge für den Wahltag und weitere Texte von Interesse finden Sie auf unserer Website antifahorgau.blogsport.de.
Wir sind besorgte Demokraten!

Thesen zum Horgauer Kommunalwahlkampf

Wie alle sechs Jahre in regelmäßigem Turnus finden auch in diesem Jahr in Horgau am 2.3. die Kommunalwahlen statt. Obwohl uns ein solch belangloses Ereignis, dessen Ausgang ohnehin von vorneherein feststeht (Bürgermeister Thomas Hafner* wird als einziger Kandidat zum Bürgermeister in seinem Amt bestätigt werden und die „üblichen Verdächtigen“ der großen Bürgerkoalition aus Bürgerverein, CSU, Freien Wählern und Bürgerverein wird mit 6/7-Mehrheit weiterhin über die Geschicke Horgaus bestimmen), eigentlich egal sein könnte, wollen wir von der Antifa Horgau uns dennoch in gewohnt kritischer Weise dazu positionieren. (mehr…)

Eine Rede

Dies ist die ungekürzte Fassung der fulminanten Rede, die unser Sprecher Gryphius Importans am 3.1. anlässlich der Feier zu unserem offiziellen Wahlkampfauftakt hielt. Die versammelte Anhängerschaft der Antifa Horgau jubelte ihm zu und feierte ihn als Nachwuchslokalpolitiker Nr. 1 in der Region. In einem anschließenden Interview zeigte er sich ob des anstehenden Wahlkampfs, der „hart aber fair“ geführt werden würde, optimistisch, auch wenn die Antifa Horgau nicht im eigentlichen Sinne bei den Gemeinderatswahlen 2.3. antreten wird1. Die Umfragetendenz sei dabei garnicht mal so schlecht. Auf die Frage „Würden Sie die Antifa Horgau wählen, wenn Sie zur Gemeideratswahl antreten würde?“ antworteten laut Importans bei einer Blitzumfrage am 2.1. 100% mehr Befragte als am 1.1. mit „Ja“. Importans dazu: „Wenn sich diese Tendenz bis zu den nächsten Gemeinderatswahlen im Jahr 2013 fortsetzen würde, hätten wir sehr gute Chancen, gegen Hafner und seine Allparteienkoalition erfolgreich kandidieren zu können.“
Doch wichtiger noch als der messbare Stimmanteil sei die gefühlte Stimmung. „Ich war nie ein Freund von Statistiken, für mich bin ich der Bürgermeister der Herzen. Das zeigt sich immer wieder, wenn ich mit Menschen spreche, die im offiziellen Horgau von Hafner & Co. nicht willkommen sind, z.B. den hier versammelten Menschen aus Augsburg.“

Liebe Besucherinnen und Besucher dieser Veranstaltung, liebe Mitbürgerinnen und Bürger, liebe Landsleute, meine Damen und Herren. Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter uns, ein Jahr, in dem Horgau alles in allem einen guten Schritt nach vorne getan hat, vorneweg beim Kampf gegen den Bürgerverein. (mehr…)

Flügelkämpfe ?!

Mit der Seite der „Horgauer Heimat Hasser“, die den anarchistisch-antipatritischen Flügel der Antifa Horgau repräsentiert, ist seit kurzem eine zweite antifaschistische Seite in Horgau online gegangen. Dies ist kein Grund zur Verwirrung: weiterhin ist diese Seite die offizielle Hauptseite der Antifa Horgau, während sie zugleich die Seite ist, die tendenziell eher dem communistischen Flügel der Antifa Horgau entspricht. Doch Grund zur Beruhigung für irgendwen, sei es Bürger oder Faschisten, gibt es deswegen nicht: unsere Heterogenität ist unsere Stärke und jedes Kind weiß, dass doppelt genäht besser hält. Von Flügelkämpfen kann man also nicht sprechen, wir vereinigen Communisten, Kommunisten, Anarchisten, Radikaldemokraten und alle anderen, denen der Faschismus und der bornierte Patriotismus jedweder Coleur ankotzen unter den Flügeln unseres verrückten Paradiesvogels, der mit zwei starken Schwingen jetzt auch gleich doppelt so gut fliegt (und natürlich auch ordentlich Feuer und Konfetti speit, wenn ihm danach ist). Und besser aussehen als eure blöde Adlerhenne tut er allemal!

Selbstdarstellung


Nach langwierigen Diskussionen haben wir es geschafft, eine Selbstdarstellung zu formulieren, die so einigermaßen den politischen Grundkonsens unserer Gruppe wiederspiegelt und zugleich nicht allzu oberflächlich-zusammengestückelt ist. Wir wollen damit, dass Besucher dieser Seite unsere allgemeinen Grundsätze, wie sie auch unsere sonstige praktische und theoretische Arbeit bestimmen, auf einen Blick einsehen können.
Es handelt sich bei dieser Selbstdarstellung freilich um keine endgültig fixierte Satzung, sondern eher um eine augenblickliche Bestandsaufnahme, die in (fast) jeder Beziehung veränderbar ist. Kritik an unserer Selbstdarstellung ist uns daher jederzeit willkommen.

Die Antifa Horgau.

Antifa is never dead

An alle, die schon befürchtet oder gehofft haben, wir, die so genannte „Nestbeschmutzer“-Antifa Horgau wäre am Ende: keine Sorge und zu früh gefreut. Nach der gescheiterten Sommersause, mit der wir um ehrlich zu sein nichts weniger vorhatten, als genügend Leute für die Ausrufung einer Räterepublik in Horgau zusammenzutrommeln, waren wir zwar tatsächlich etwas desorientiert (manche fingen schon an, in Paranoia zu verfallen und abwechselnd den CIA, den BND und die Al-Kaida für das schlechte Wetter verantwortlich zu machen), haben die Sommerpause jedoch dazu genutzt, um unsere Theorie an Foucault, Adorno, Hegel und Walter Benjamin zu schärfen und an zahlreichen Urlaubsorten dieser Welt unsere Kampfkräfte zu regenieren. Gründe, den Kampf auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen, gibt es schließlich wenige: Deutschland ist nach wie vor ein Land des projektiven Hasses, ob er sich nun gegen Inder bei einem Volksfest oder gegen Obachlose entlädt1 entlädt. Aber auch sonst gibt es genug Zwänge, die uns der Kapitalismus, „der alte Schlawiner“, wie Peter Licht ihn einmal treffend bezeichnet hat, so auferlegt. Man denke nur an den baldigen Anbeginn der Schule… Ohnehin haben wir den Eindruck, dass Kapitalismuskritik in der Linken oft viel zu abstrakt betrachtet wird. Was spricht dagegen, auch mal so konkrete Missstände wie das totale Rauchverbot (nicht nur) an Schulen zu thematisieren, was ja mit einer ziemlich widerlichen Gesundheitspropagandakampange der Regierung verbunden ist, die sich wiederum sehr gut mit dem Foucault’schen Terminus der „Biopolitik“, also dem Versuch des bürgerlichen Staats, die vollständige Kontrolle über die Körper seines „Menschenmaterials“ zu gewinnen, beschreiben lässt. Flankiert wird das wiederum von den Sexual- und Gesundheitsratgebern, die uns von web.de und anderen Repräsentanten der „Aufklärung“ im 21. Jahrhundert so alltäglich vorgesetzt wird. Auch hier tuen sich glaube ich ziemlich wichtige Felder der Kritik auf.
Bei einer Schülerdemo für „Mehr Demokratie an Schulen“ wurde auf jeden Fall ziemlich viel von mehr demokratischer Mitbestimmung im bayrischen Schulsystem gefaselt, aber als wir anfingen „Einzig darum sind wir hier – in der Schule Rauch und Bier“ und ähnliche subversive Forderungen zu skandieren, wurden wir doch recht schief angeschaut. Dabei macht doch das ganze Demokratiezeug einfach nur Sinn, wenn man auch konkrete Forderungen für Veränderungen hat. Wenn Mitbestimmung nur das formale Recht bedeutet, Ja oder Nein zu sagen, ohne dass dies irgendwelche Konsequenzen hat, kann man es auch gleich bleiben lassen und wird mit solchem abstrakt bleibendem Demokratieidealismus auch niemals die Massen begeistern, sondern weiterhin, und das zu Recht, als verträumte Spießer belächelt werden. Die geringe Teilnehmerzahl, so zwischen 20 und 30, spricht Bände, ebenso das betont „engagierte“, staatskonforme Auftreten der AnfühererInnen dieses Politikacts. Sind halt alles Leute, die mal bei den Grünen oder der SPD Karriere machen werden, die von wirklich subversiver Antipolitik aber rein garnichts verstehen (und verstehen wollen). 2 (mehr…)

Nächstes Treffen

Wegen dem üblichen vollen Terminplan wird das nächste Treffen erst in drei Wochen, und zwar am Samstag, dem 11. November um 15.oo Uhr vollzogen werden. Dieses Mal wird es auch ein festes Diskussionsthema geben, zu dem sich alle, die kommen wollen, vielleicht ein bisschen informieren sollten, nämlich Rassismus. Ist Rassismus an sich falsch oder ist es nur die unterschiedliche Bewertung von „Rassen“, die man kritisieren kann? Was ist Rassismus überhaupt? Warum ist es falsch, vom „Neger“ zu reden? Und wie steht es mit dem „kulturellen Rassismus“? Gibt es den überhaupt?

Das Rothtal ist rosa

Nach einer ungefähr dreistündigen Sitzung sind wir nun konstituiert: die Antifa Horgau. Ab sofort werden wir uns jeden zweiten Samstag treffen und gemeinsam antideutsch-communistische Antipolitik in Horgau und darüber hinaus vorantreiben. Nächstes Mal am 7.10., allerdings schon um 13.00 Uhr.
Als Ziele haben wir uns vorerst gesetzt:
- Pflege des Gedenkens an das KZ-Außenlager Horgau (Link) inklusive Aufstellen eines würdigen Gedenksteins
- Organisation von Veranstaltungen, v.a. für Jugendliche (Partys etc.)
- Durch gezielte Aktionen auf Missstände hinweisen und zum Nachdenken provozieren
- Auch und gerade dem Horgauer Lokalpatriotismus seine Gefolgschaft verweigern, denn schlecht ist Patriotismus auch, wenn er nicht auf einen ganzen Staat, sondern „nur“ auf einen kleinen Staatsteil bezogen ist. Einen positiven Bezug zu repressiven Kollektiven gibt es für uns nicht, daher formulieren wir als plakatives Fernziel die Wiedervereinigung Horgaus mit dem verhassten Zusmarshausen.

Bis zum nächsten Mal! Luxus, Sekt und Sonnenschein für alle!

Die Antifa Horgau.

P.S: als Leitlinie für uns sehen wir u.a. diesen doch sehr prägnanten Text an: Selbstdarstellung der Antifa UNited

Es geht los!!!

Endlich ist es soweit: die Antifa Horgau lädt alle Interessenten und Interessentinnen aus Horgau und Umgebung zu ihrem offiziellen Gründungstreffen am Samstag den 23.9. um 15:00 Uhr ein (der Ort wird aus Diskretionsgründen erst auf Nachfrage mitgeteilt). Unser Ziel ist der Aufbau antifaschistischer Strukturen auch und gerade in der Provinz, die ja noch immer sehr konservativ geprägt ist. Auch wollen wir, dass es für Jugendliche mehr gibt als nur freiwillige Feuerwehr, die katholische Jugendgruppe, den Fußballverein … oder eben den Bus nach Augsburg (der aber auch viel zu selten fährt). In Horgau herrscht ein spießiges, selbstzufriedenes Dorfleben, mit dem wir nicht zufrieden sind.
Da es bisher noch keine derartige Gruppe in Horgau gegeben hat, betreten wir völliges Neuland, bisher steht überhaupt nichts fest. Leute, die neue Ideen mitbringen sind also herzlich willkommen.
Nähere Infos gibts per E-mail an antifahorgau@web.de

Für ein rotes Rothtal und ein schönes, nazifreies Leben!

Das Gründungsteam der Antifa Horgau




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