Archiv der Kategorie 'Rechtes'

Kreuzverhör

Ein kleiner Auszug aus der fabelhaften Seite kreuz.net, in der reaktionäre Gesinnungen aller Art ihr Tummelplätzchen gefunden haben:

Die Talmudisten

Haben sie sich geändert? Seit dem unglaublichen Fall am Kalb ?
Sind sie besser geworden? Nach den Morden an Gottes Gesandten?
Haben sie gelernt? Aus den Strafen der Jahrtausende?
Nein
Sind sie jetzt barmherziger? Nach dem Völkermord in Palästina?
Lügen sie weniger? Über ihre eigene Geschichte?
Drohen sie heute weniger? Denen die über ihre Gräuel sprechen?
Nein (mehr…)

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland

Infoflyer der anifahorgau zur geschichsrevisionistischen Demonstration am 28.02.09:

Alle Jahre wieder jähren sich die alliierten Bombenangriffe auf Augsburg, und wie jedes Jahr wird unterschiedlich mit dem Ereignis umgegangen.
Zu allererst gilt es festzuhalten, dass die Bombardierung des Industriestandorts Augsburg ohne jeden Zweifel gerechtfertigt war und keiner Diskussion bedarf. Die Stadt galt mit den Waffenschmieden Messerschmitt (Luftwaffe) und MAN (Panzer, Militärfahrzeuge, Flotte) als kriegswichtige Produktionsstätte, tausende Häftlinge aus dem KZ Dachau mussten hier unter unmenschlichen Bedingungen für die deutsche Kriegsmaschinerie ihren Arbeitsdienst ableisten. Diese Situation stellte ein immens wichtiges strategisches Ziel für die alliierten Befreiungspläne, die sowohl den deutschen Terror an der Ostfront, als auch den systematischen Massenmord beenden konnten, dar. (mehr…)

ARTA geht online

Das Antifaschistische Recherche Team Augsburg ist endlich online gegangen. Die Seite artainfo.tk setzt sich zum Ziel ein Archiv über alle bedeutenden Neonazis, Nazistrukuturen und vor allem Nazivorfälle primär im Raum Augsburg und Schwaben aufzustellen und somit die BürgerInnen, sowie AntifaschistInnen aufzuklären.

Die Gruppe ARTA besteht aus einem Kreis von SympathisantInnen, InformantInnen und aktiven RecherchentInnen, die zusammen Informationen sammeln und auswerten. Hierbei ist natürlich Mitarbeit jederzeit erwünscht. Informationen könnt ihr unter dieser Emailadresse arta@pochta.ru weiterleiten, die Seite ist sicher, damit alles mit der nötigen Diskretion behandelt werden kann.

Diese Seite ist wichtiger den je, wenn man bedenkt wie die rechte Szene und im speziellen die Anzahl der „Autonomen Nationalisten“ im Raum Augsburg in kürzester Zeit zugenommen hat, und sich ihre Aktivitäten wieder mehren. Schon am 28.2. wollen sie wieder den deutsche Opfern der Bombenacht erinnern und somit Geschichtsrevisionsmus betreiben, da Rechtsradikale aus den deutsche Tätern, die deutschen Opfer machen, dazu später mehr.

Sicher lässt sich darüber streiten, ob man den „AktivistInnen“ nachschnüffeln soll, da wir als AntifaschistInnen die Überwachung bekämpfen. Dieses Problem lässt sich aber nicht abschließend klären ohne in eine Moraldiskussion zu verfallen, die schwer ist mit einem klaren Ergebnis zu beenden, da die Fronten sehr verhärtet sind. Man sollte letzenendlich den pragmatischen Nutzen hervorheben, den man durch solch ein Archivgewinnt.

Wir wünschen der Gruppe ARTA jedenfalls alles Gute und viel Erfolg auf ihrem weiteren Weg!

Schwarz-Rot-Gold im deutschen Liedgut

Seit zwei Jahrhunderten bedienten sich kreative Köpfe der jeweiligen Sprache ihrer Zeit, um dem anscheinend zeitlosen Gefühl ihrer tiefen emotionalen Bindung an die heimatliche Scholle Ausdruck zu verleihen. Einige Beispiele aus dem Bereich der Liedtexterei:

Schwarz-Rot-Gold sind meine Landesfarben,
dunkler Nacht folgt gold’nes Morgenrot.
Für Alldeutschland Waldecks Söhne starben,
deutsche Treu’ bewahrend bis zum Tod.

(aus dem Lied „Mein Waldeck“, frühes 19. Jh.)

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Der ewige Gaukler

Durch die häufige Beschäftigung mit Antisemitismus und Rassismus wird in der Linken oft eine ebenfalls äußerst wirkungsmächtige Spielart projektiver rassistischer Ideologien – gerade auch international betrachtet – der so genannte Antiziganismus, der rassistische Hass gegen als „Zigeneuer“ klassifizierte Personen, etwas vernachlässigt. Dabei zeigen gerade die jüngsten Vorfälle in Italien, wo antiziganistischer Rassismus selbst von den linken Parteien geschürt wird, Russland, Ungarn, Tschechien, Frankreich, Bulgarien und der Türkei, dass das Feindbild „Zigeneuer“ eine hohe Anziehungskraft besitzt. Und auch in Deutschland kennt man die Geschichten von den „asozialen Zigeunern“, die Igel und kleine Kinder essen (oder so ähnlich) nicht nur in Kreisen, in denen das Schimpfwort „Zigeunerjude“ gebräuchlich ist.4 Einen Überblick über die aktuelle Situation der Sinti und Roma (so ihre Eigenbezeichnung – „Zigeuner“ selbst ist ein pejorativer Ausdruck wie „Neger“) in Europa bietet dieser taz-Artikel.
Das interessante ist dabei, dass gerade hier der Konstruktivismus rassistischer Kategorien besonders deutlich zu Tage tritt – denn ein Volk names „Zigeneuer“ gibt es erst, seitdem man diverses „fahrendes Volk“ und andere „asoziale“ Randgruppen darunter subsumiert hat. Nichtmal die NS-Rassenlehre schaffte es, eine Rasse der „Zigeneuner“ „wissenschaftlich“ belegen zu können. Dennoch kamen tausende von ihnen in den Konzentrationslagern ums Leben3. (mehr…)

Neue Zahlen

Was in der persönlichen Erfahrung schon längst klar war, nämlich dass „sogar“ (naja) am Gymnasium immer mehr Jugendliche islam- und ausländerfeindlich eingestellt sind, wurde jetzt durch eine Studie bestätigt, nach der u.a. 1/3 der befragten Neuntklässler ausländerfeindlich sind und jeder 13. bekennt, schon einmal eine Straftat mit Rechtsextremen Hintergrund begangen zu haben. Von der fortschreitenden Verrohung der Gesellschaft zeugt auch ein Bericht der Innenministerkonferenz, auch wenn darin die These vertreten wird, dass die Hauptänderung darin besteht, dass heute häufiger als vor 10 Jahren die Polizei bei Konflikten verständigt wird. (mehr…)

Zur Tibetfrage

Eine kleine materialistische Kritik am Nationalismus (nicht nur) der Tibeter findet sich auf dem Blog von Miss taken identity . Eigentlich kann man da nicht viel mehr zu sagen. Eine proletarische Revolution kann niemals eine nationale sein und nationale Revolutionen führen zu nichts anderem als einem neuen Staatsgründungsprojekt. Die tibetischen Proletarier tuen sich nicht mit den nicht-tibetischen zusammen, sondern wollen sie aus „ihrem“ Tibet weghaben. Gibt in Deutschland ja auch einige, die so denken.

Links=böse

Dies scheint tatsächlich die simple, aber wirkungsmächtige Gleichung zu sein, in der die Populisten von Grünen, FDP, SPD und Union und ihre Freunde in der Presse derzeit Politik machen. Nach Franziska Drohsel, der Juso-Vorsitzenden, die nicht in der „Roten Hilfe“ Mitglied sein durfte und Christel Wegner, der DKP-Abgeordneten, die sich hinter die DDR stellte, ist das neuste Opfer dieses sonderbaren Spießrutenlaufs die Hamburger-Linkspartei-Abgeordnete Christiane Schneider. Der Grund: anscheinend unanständige Aussagen über den Dalai Lama und seine Politik. Die verdächtigste Äußerung: „Die Weltgesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten keine guten Erfahrungen mit Religionsführern gemacht, die sich als Repräsentanten gesellschaftlicher Opposition in die Politik gedrängt haben. Ich erinnere zum Beispiel an Chomeini.“ Sie sei also gegen eine „Vermischung von Politik und Religion“ und in ihrem Redemanuskript1 hieß es: „Mir persönlich ist die breite Verehrung für den Dalai Lama hierzulande immer unverständlich geblieben. Die Figur – ich rede hier nicht von der Person, sondern von der Rolle – des Dalai Lama verkörpert die Einheit von religiösem und politischem Oberhaupt. Sie symbolisiert damit die Vergottung von politischer Macht (wie früher der Kaiser von China, „Sohn des Himmels“) und damit etwas durch und durch Vor-Demokratisches.“

Da bezieht also mal eine von der Linkspartei eindeutig Stellung für die Demokratie und die Trennung von Staat und Religion, die ja hierzulande noch immer nicht ganz angekommen ist, und prompt sagt etwa SPD-Fraktionschef Michael Neumann: „Damit hat sie [Die Linke; AH] bewiesen, dass sie noch nicht in der Demokratie angekommen ist.“ (mehr…)

Hierzulande sind es noch Worte

Mexiko: Jagd auf “schwule” Emos

Querétaro (queer.de) – In der mexikanischen Stadt Querétaro hat es bereits am letzten Freitag eine Hetzjagd auf jugendliche Emo-Fans gegeben. Laut verschiedenen Berichten haben bis zu 1.000 Fans anderer Jugendkulturen den öffentlichen Treffpunkt der örtlichen Emo-Szene gestürmt und vier Personen verletzt. 28 Personen wurden festgenommen, darunter 22 Minderjährige. Die Meute bestand der Zeitung “La Crónica de Hoy” zufolge vor allem aus Heavy-Metall-Fans, aber auch aus Skatern, Punks und Alternative-Hörern.

Die Regierung äußerte dem Bericht zufolge Besorgnis, da Fans anderer Musikrichtungen immer wieder im Internet zu Angriffen auf Emos aufrufen. Diese seien schwul und würfen ein schlechtes Image auf Mexiko und die Jugend des Landes. Von dem Hass auf Emos zeugt das Blog “Movimiento Anti Emosexual”, dass neben Videos der Randale ganze Hasstiraden gegen Emo-Boys bietet. Auch Emo-feindliche Songs stehen zum Download bereit.

In den letzten Jahren hat sich die Emo-Bewegung mit ihrem eigenen Kleidungsstil rasant auf der Welt verbreitet, wobei vor allem der Style mehr übergreifenden Einfluss hat als die offiziell als Emo abgestempelte Musik. Die dem Indie- und Alternative-Bereich verwandte Szene gilt dabei gegenüber Schwulen und Lesben als aufgeschlossen, viele Teenager erleben heute eher dort ihr Coming-out als in der schwulen Szene. Davon zeugt auch das homoerotische Blog “The Fall Out Boys”, benannt nach der Gruppe Fall Out Boy, einer der bekanntesten Vertreter des eher kommerziellen Arms des Genres. Deren Bassist und Songschreiber gilt seit langem als mindestens bisexuell. (nb)

(von schildkroete.blogsport.de)

29.3.: Erneuter Naziaufmarsch in Augsburg

Trotzig wie sie sind, haben die Rechten am 29.3. schon wieder eine Demo angekündigt, diesmal unter dem ominösen Motto: „Gegen kriminelle Tendenzen – Perspektiven schaffen!“ Für den Ankündigungstext haben sie sich eine für diese Kreise recht ungewöhnliche Argumentationsstrategie ausgedacht: sie selbst seien die Opfer eines Ablenkungsmanöver der bürgerlichen Kräfte vor den wirklichen Problemen der Gesellschaft. Klar, Veranstalter sind Autonome Nationalisten, nicht DVU oder NPD. Auf der Seite der Unterstützergruppe „Sozialrevolutionäre Aktion Regensburg“ findet man in der Abteilung „Wissenswertes“ z.B. auch Texte über den Syndikalismus, sehr kritische Passagen gegen NPD und DVU und eine Analyse des Zionismus als „rassistische Ideologie“.

Die Neonazis haben im Übrigen garnicht mal so Unrecht mit ihrer Kritik. Klar: noch mehr als die radikale Linke stellen sie in den meisten Regionen Deutschlands ein ziemlich marginalisiertes Grüppchen dar, über das man auch genausogut schweigen könnte. Gerade mit irgendwelchen Ausländer-, Schwule- und Punkerverkloppenden Dorfnazis, die wohl eine reale Bedrohung darstellen, wollen die Herren „autonome“ Edelnationalisten wohl selbst wenig zu tun haben, wenn man ihren textlichen Verlautbarungen glauben schenken darf. Die erwähnten Regensburger zumindest betonen immer wieder ausdrücklich, dass sie „nationale und internationale Solidarität“ pflegen wollen und gegen fremde Kulturen an sich nichts haben. Im Gegenzug wird z.B. Israel und den USA Völkermord und Rassismus unterstellt.

Auch in antifaschistischen Kreisen wurde zu Recht erkannt, dass der staatliche Antifaschismus eine höchst affirmative Funktion besitzt. Doch dieses Urteil basiert auf ganz anderen Überlegungen als die der Neonazis. Die sagen in ihrem Aufruf im Grunde aus „So böse sind wir doch garnicht“ – und damit haben sie verdammt Recht. Denn unter den „wirklichen Problemen des Landes“ verstehen sie im Einklang mit Roland Koch und anderen rechten Protagonisten v.a. eines: Ausländerkriminalität. Der Demoaufruf ist gewissermaßen ein Angebot an die Bürger, sich doch die guten Bundeskameraden, die man in den Autonomen Nationalisten hat, nicht entgehen zu lassen und zu akzeptieren, dass diese doch eigentlich gewillt sind, konstruktive Verbesserungsvorschläge einzubringen. Natürlich wird dieses Angebot ausgeschlagen werden, doch nicht aufgrund grundsätzlicher Differenzen, sondern weil sich die Bürger an der reinen Form des Auftretens ihrer Möchtgernavantgarde stören. Der radikale, größtenteils von der Antifa kopierte, Style ist eben bloße Phrase – eine lächerliche Kostümierung. In der größtenteils dürftigen, widersprüchlichen und konsistenzlosen Theorien dieser Gruppierungen findet das seinen passenden Widerpart.

Wer nun gegen diesen seltsamen Haufen demonstrieren möchte, der kann das, obwohl es – wie sie ja selbst sagen – sicherlich wichtigere Dinge gibt, gerne tun.

Wann? 29. 3. 12:30 bis 13:00 Uhr

Wo? Bahnhof Augsburg/Oberhausen

Alles Gute kommt von oben

Unter dem Motto „Alles Gute kommt von oben“ beginnt gerade die Mobilisierung zur Antifademo am 22. Februar anlässlich des Gedenktags zur Augsburger Bombennacht am darauffolgenden Samstag. Wohlgemerkt: die Antifa, d.h. die Gruppen Contra Real und RAY1, mit Unterstützung auch von uns, rufen diesmal nicht primär zu Aktionen gegen die Nazidemo am 23. Februar auf, sondern veranstalten eine eigene Demonstration. Dies hat klare inhaltliche Gründe. Zum einen ist am 23. 2. ohnehin die ganze Stadt gegen Rechts auf der Straße, wieso da noch eine eigene Gegenveranstaltung anmelden? – zum anderen gedenkt die Stadt an diesem Tag genauso den vermeintlichen „deutschen Opfern“ wie die Nazis. Nur das Nazi-Gedenken zu kritisieren und dagegegen zu protestieren hieße zu übersehen, dass dem bürgerliche Gedenken genau dieselben fragwürdigen geschichtsrevisionistischen Thesen zu Grunde liegen. Mit der eigenen Demo am Vorabend geben wir klar zum Audruck, dass wir sowohl das bürgerliche als auch das neonazistische Gedenken kritikabel finden und uns nicht für den Bauch-Antifaschismus der Bürger vor den Karren spannen lassen, sondern inhaltlich eine klare Trennlinie zu beiden Gedenkveranstaltungen ziehen. Die Kritik am bürgerlichen Gedenken und alle weiteren Infos zur Demo sind detailliert auf der Seite allesgute.tk (Direktlink) nachzulesen.

Wer also mehr im Sinne hat, als nur gegen Nazis zu pöbeln, sondern auch seinen Unmut über die bürgerliche Variante des Geschichtsrevisionismus kundtun will, den erwarten wir am 22. Februar um 18 Uhr am Königsplatz.

  1. Radical antifacist youth [zurück]

„Den gewaltigsten Gegensatz zum Deutschen bildet…

wenn es nach Koch, Bild, FAZ, Spiegel, Augsburger Allgemeinen & Co. geht ohne Zweifel „… der Moslem“1 respektive sein kleiner Bruder, der „ausländische jugendliche Straftäter“. Da auf das Problem des gravierenden islamophoben Rassismus in diesem Lande auf dieser Seite bisher kein einziges Mal hingewiesen wurde, obwohl die aktuelle Debatte eindeutig zeigt, dass er vorhanden ist, mal ein kurzer Rundblick, was man im Internet zu dem Thema alles findet.

Neu ist die ganze Sache ja nicht. Man denke nur an diverse „Spiegel“-Titelblätter der letzten Monate zurück. Etwa das gruselige mit dem Halbmond über den Brandenburger Tor, das man wohl aus der Redaktion der „Nationalzeitung“ entwendet hat, oder der – ebenfalls mit schwarzem Hintergrund gestaltete – Titel „Der Koran – das mächtigste Buch der Welt“. Ganz davon abgesehen, dass man solch einen Titel samt dem dazugehörigen Artikel auch leicht über die Bibel schreiben könnte (auf dem Cover wäre halt eine verschleierte Nonne statt einer verschleierten Muslima, da bräuchte man nicht mal das Bild austauschen, sondern nur die Schriftzeichen auf dem aufgeklappten Buch), zeigt dies klar, welches Feindbild im heutigen Deutschland am Start ist. (mehr…)

Thesen zum Horgauer Kommunalwahlkampf

Wie alle sechs Jahre in regelmäßigem Turnus finden auch in diesem Jahr in Horgau am 2.3. die Kommunalwahlen statt. Obwohl uns ein solch belangloses Ereignis, dessen Ausgang ohnehin von vorneherein feststeht (Bürgermeister Thomas Hafner* wird als einziger Kandidat zum Bürgermeister in seinem Amt bestätigt werden und die „üblichen Verdächtigen“ der großen Bürgerkoalition aus Bürgerverein, CSU, Freien Wählern und Bürgerverein wird mit 6/7-Mehrheit weiterhin über die Geschicke Horgaus bestimmen), eigentlich egal sein könnte, wollen wir von der Antifa Horgau uns dennoch in gewohnt kritischer Weise dazu positionieren. (mehr…)

Anthropologische Argumente gegen die Utopie II – ein Ausflug in die Untiefen des Laboratoriums

Nachdem im letzten Beitrag unserer Serie „Argumente gegen die Utopie“ die Vorstellung, der Mensch sei ein von Grund auf egoistisch, böses Wesen und deshalb unfähig zur Utopie bildlich gesagt „zum Tanzen“ gebracht haben, geht es in diesem nun um die weitergehende Auffassung, es gäbe Naturkonstanten menschlicher Existenz, die diese in bestimmte Schranken verwiesen. Solch eine Sichtweise ist nicht nur auf Biologen beschränkt, eigentlich finden sie sich in so gut wie allen Wissenschaften wieder. Immer, wenn etwas nicht plausibel erklärt werden kann, greift man gerne mal auf Angeborenes zurück, das hat bereits Platon mit seinen „angeborenen Ideen“ gemacht, auch wenn die für ihn noch nicht aus den Genen, sondern aus einer pränatalen Existenz des Menschen in einem Jenseits stammten (im Dialog „Phaidon“ malt Platons „Sprecher“ Sokrates dieses Jenseits besonders großartig aus). Bürgerliche Ökonomen reden gerne vom Menschen als naturwüchsigem „homo oeconomicus“ und von Dingen wie dem „Tauschtrieb“, dem Streben nach Nutzenmaximierung o.ä., Psychologen versuchen wie z.B. Sigmund Freud in seiner Schrift „Totem und Tabu“ Dinge wie in diesem Fall die Inzestscheu zur Erklärung religiöser Riten zu verwenden. Vom „Todestrieb“ und seinen zahlreichen Nebenbuhlern ganz zu Schweigen. Bekannt dürften weiterhin die theologische Annahme der „Erbsünde“ und das philosophische Konzept des Menschen als „Mangelwesen“ sein. Ohne auf die Unterschiede dieser doch sehr heterogenen Welt- und Menschenbildern einzugehen, ist ihnen doch allen gemeinsam, dass sie, wie gesagt, eine einerseits doch recht schlichte, aber dafür umso schwerer widerlegbare, Erklärung für empirische Fakten bieten, andererseits den empirischen Fakten vom Verhalten der Menschen eine gewisse Legitimation, eine Notwendigkeit verleihen. Am Beispiel Egoismus wurde das ja bereits deutlich gemacht: hier wird der in der kapitalistischen Gesellschaft überlebensnotwendige, aggressiv nach außen gerichtete Egoismus zur Naturkonstante erklärt und so der kapitalistischen Gesellschaft als Ganzes eine Scheinnatürlichkeit unterstellt. Es ist halt ganz selbstverständlich, dass sich die Menschen die Köpfe einschlagen, sie können ja gar nicht anders.1
Der Witz ist, dass sich die Annahme von Naturkonstanten wiederum auch auf die Interpretation der empirischen Fakten auswirkt. Wenn ich von vorneherein davon ausgehe, dass es solche Konstanten gibt, dann finde ich auch ganz schnell welche und wenn ich mal auf ein Faktum stoße, das meiner Hypothese widerspricht, dann erkläre ich das eben zur Ausnahme von der Regel oder versuche es sonst wie in meine Theorie reinzuzimmern. Der Fehler liegt also offensichtlich bereits in der Fragestellung. Klar, wer in die uns aus Quellen und archäologischen Funden bekannte Geschichte schaut, wird ganz schnell auf gewisse Konstanten kommen: Krieg hat es schon immer gegeben und anscheinend haben in der Geschichte auch patriarchale Gesellschaften existiert. Kunst hat es auch schon in der Steinzeit gegeben. Ein Anthropologe geht nun her und sagt: „Es gibt einen Kriegs- und einen Kunsttrieb im Menschen und es gibt angeborene Unterschiede zwischen Mann und Frau, aus denen das Patriarchat hervorgegangen ist.“ Dies ist freilich ein sehr schlichter Schluss, der z.B. völlig von den ganz verschiedenen Formen und Inhalten von dem, was wir heute als „Kunst“ bezeichnen, absieht. Zudem wird so jedwede Möglichkeit eines anderen Zusammenlebens negiert: dass eine Gesellschaft ohne Patriarchat, ohne eine abgetrennte Sphäre mit dem Namen „Kunst“, ohne Krieg möglich wäre, gerät so aus dem Blickfeld. „Es war schon immer so und es wird auch immer so sein“, das ist der Kernsatz der Anthropologie – und zugleich eine als Wissenschaft deklarierte Affirmation der jeweiligen Gesellschaftsordnung. In der Antike ging man halt davon aus, dass es von Natur aus Sklaven und Freie gäbe – heute, dass die marktförmige Konkurrenz den menschlichen Genen immanent* sei. (mehr…)

Welcome to 1984

Was in den USA bereits obskure Realität ist, wird auch in der EU bald zur Norm werden: wie der „Spiegel“ berichtet, will die Bundesregierung noch diese Woche ein Gesetz verabschieden, nach dem nicht, wie bisher, nur sexuelle Kontakte zwischen Erwachsenen und Jugendlichen, sondern auch zwischen Jugendlichen selbst verboten und mit Haftstrafen von bis zu 10 Jahren belangt werden sollen. Das klingt genauso gruselig und absurd wie es ist. Auf der einen Seite werden Jugendliche durch die Medien und ihre Jugendkultur immer früher sexualisiert, man denke nur an MTV und den heutzutage üblichen Kleidungsstil bei jungen Mädchen, andererseits soll die Ausübung dieser Sexualität nun unter schwere Strafen gestellt werden! Erst wird Jugendlichen die Zigarette danach verboten, und jetzt auch noch der Geschlechtsakt selbst! (mehr…)




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