Archiv der Kategorie 'Lokalwahlkampf 08'

Endlich vorbei!

Endlich geschafft: der für uns alle stressige und ermüdende Lokalwahlkampf ist zu Ende und wir können uns nun endlich wieder auf wirklich wichtige Dinge konzentrieren.
Das Resume steht für uns auf jeden Fall fest: Wir haben die Wahlen gewonnen! Die Wahlbeteiligung lag bei schlaffen 65,80% (2002: 74,59%). Das Minus von fast 10% freut uns und bestärkt uns darin, dass wir durchaus einen gewissen Anteil der Hogauer hinter uns haben.

Wie zu erwarten hat sich an der sonstigen politischen Konstellation Horgaus nichts geändert. Der Bürgerverein hält 5, die CSU 4 und die Freien Wähler 3 Sitze, SPD und Bündnis Umwelt jeweils einen. Aber, wie gesagt: daran etwas zu ändern war auch nicht unser Ziel. Vielleicht hat unsere Fundamentalopposition letztendlich sogar mehr Auswirkungen aufs Dorfgeschehen als wenn wir uns hinter irgendeine Partei stellen würden. Die relativ kurzfristig angekündigte Jugendparty der CSU gibt zumindest Anlass zu Spekulationen, ob man da nicht doch versucht hat, auf unseren Flyer zu reagieren.

Letztendlich brüsten wir uns also durchaus mit einem gewissen Erfolg und werden unsere (Anti-)Politik daher unermüdlich fortsetzen.

Alternativvorschläge für den 2.3.

Wie angekündigt, wollen wir es anlässlich des bevorstehenden Wahltermins nicht bei einer rein destruktiven Kritik, wie uns immer vorgeworfen wird, belassen, sondern konstruktive Vorschläge machen, wie man diesen Tag auch ohne wählen zu gehen verbringen kann. Diese Vorschläge haben natürlich keinerlei Verbindlichkeit, sondern sollen nur Anregungen darstellen – zwingen wollen wir schließlich niemanden zu was.

Der Favorit ist natürlich, zur Wahl zu gehen, ohne zu wählen, sprich, durch einen kreativen Einfall einen ungültigen Stimmzettel abzugeben. Denken Sie dabei auch an die armen WahlhelferInnen, die den ganzen lieben Nachmittag im Wahllokal hocken und Kreuzchen auswerten müssen. Da kann eine witzige Karikatur schon eine deutliche Erleichterung sein. Aber auch ein schönes Gedicht oder ein einfallsreicher philosophischer Aphorismus kann Wunder wirken.
Wichtig ist hierfür natürlich auch eine angemessene Kleidung. Zu einem solch wichtigen Anlass wie den Wahlen sollte man nicht in Jogginghose oder Jeans auftauchen. Anzug und Krawatte für den Herren, ein hübsches Sonntagskleid für die Dame müssen schon sein. Allein die Auswahl einer möglichst angemessenen Garderobe kann den Vormittag schon zu einem intensiven Erlebnis machen. Falls Sie sich keinen edlen Zwirn leisten können, können Sie auch das Gegenteil machen, und einfach möglichst verlumpt erscheinen. So werden auch die sozialen Gegensätze des Ortes in neuer Art erfahrbar gemacht. (mehr…)

Der Flyer

Zum ersten Mal hat es die Antifa Horgau gewagt, sich an die Horgauer Öffentlichkeit mit einem Flyer zu wenden. Er bildete den Gipfelpunkt unserer Kampagne gegen die Kommunalwahlen und ist in der Nacht vom 15. auf den 16. 2. an möglichst viele Haushalte in Horgau verteilt worden. Auf dem Cover war unser geliebter Bürgermeister in guter alter Stalin-Pose zu sehen. Der Text war folgender:

“Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.“

Diese Worte Erich Honeckers waren kein Irrtum, sondern sind Realität geworden – in unserer Gemeinde. Bereits in den 80ern wurde zur Zeit des so genannten „Freiheitskampfes“ den Vertretern des Bürgervereins Maoismus vorgeworfen. Mit ihrer lokalpatriotischen Kulturrevolution haben sie Erfolg gehabt – 6/7 des Horgauer Gemeinderats werden von einer großen bürgerlichen Koalition besetzt, zu der sich eine Scheinopposition von Sozialromantikern und Froschfreunden gesellt. Die anstehenden Kommunalwahlen haben den Charakter der Wahlen zur Volkskammer in der DDR: einem vorgegebenen Verteilungsschlüssel kann man zustimmen oder ablehnen, an der Zusammensetzung dieses „Rates“ wird sich wenig ändern.
Schon allein die Bezeichnung „Rat“ weckt Erinnerungen. „Sowjet“ heißt auf Deutsch „Rat“, die Kommunisten wollten in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg eine „Räterepublik“ errichten. Horgau ist unter der Herrschaft des Bürgervereins und seiner Schwesterorganisationen zu einer Miniatursowjetunion geworden. Die Verbände von den Wander- und Schnupferfreunden über die Freiwillige Feuerwehr bis zur Kirche und dem FC Horgau sind gleichgeschaltet und mit Funktionären besetzt, das Gemeindeblatt wie der Rothtaler sind Propagandaorgane eines korrupten, auf Vetternwirtschaft basierenden Regimes, das sich mit Monumentalbauten wie der Rothtalhalle, den Feuerwehrhäusern und dem neuen Vereinsheim zu verewigen sucht. Sie rufen uns auf, uns für die Gemeinde doch gefälligst zu engagieren und nicht nur rumzumäkeln, doch dieses Engagement gleicht einem Eintritt in die FDJ, ohne den man es in der DDR wie in Horgau zu nichts bringen konnte und kann. Eine materielle Mauer braucht es nicht – doch umso deutlicher ist die immaterielle Mauer spürbar, die Horgau vom Rest der Welt abschneidet. Jahrhunderte der Aufklärung sind an Horgau spurlos vorbeigegangen, dies wird schon allein durch den Einfluss der Kirchen auf das Dorfleben, die uns mit ihrem penetranten Gebimmel nerven, ersichtlich. Die miserable Busverbindung, sowohl zu Augsburg als auch zu den Nachbargemeinden, tut ihr Übriges. Die „selbstverschuldete Unmündigkeit“ (Kant) lebt in Horgau wie in Bayern insgesamt fort.

Die anstehenden Wahlen sind eine gute Gelegenheit, dem Hafner-Regime einen Denkzettel zu verpassen und somit den Weg zu einer freiheitlichen Gesellschaft zu ebnen. Wahlen, die keine echte Opposition kennen, sind nicht demokratisch, sie sind oligarchisch und verdienen es nicht, Ernst genommen zu werden. Wer Hafner, Hörmann und die Maoisten verhindern will, geht am besten gar nicht erst hin oder schreibt ein Gedicht auf den Wahlzettel. Dieser kreative Akt würde mehr bringen, als seine Stimme denen zu geben, denen selbst die Musikschule zuviel Kultur und somit Geldverschwendung ist, die man nur erträgt, weil man glaubt, damit Jugendliche von asozialem Verhalten abhalten zu können. An die Stelle klassischer Musik tritt Blaskappelenmarsch und Bierzeltschlager. Jazz ist für den angestammten Horgauer ohnehin ein Fremdwort.

Alternativvorschläge für den Wahltag und weitere Texte von Interesse finden Sie auf unserer Website antifahorgau.blogsport.de.
Wir sind besorgte Demokraten!

Die Bahn kommt…


Mitten im Wahlkampf hat Hafner, völlig unerwartet, einen geradezu genialen Coup gestartet: Eine Unterschriftenaktion mit dem Ziel, für Horgau einen S-Bahn-Anschluss zu realisieren.
Das ist eine gute Sache, auch wenn es eher unwahrscheinlich erscheint, dass eine solche Forderung bei irgendwem Gehör findet. Wir könnten uns dann zumindest „Das schönste an Horgau ist der Zug…“ als Motto setzen.

Thesen zum Horgauer Kommunalwahlkampf

Wie alle sechs Jahre in regelmäßigem Turnus finden auch in diesem Jahr in Horgau am 2.3. die Kommunalwahlen statt. Obwohl uns ein solch belangloses Ereignis, dessen Ausgang ohnehin von vorneherein feststeht (Bürgermeister Thomas Hafner* wird als einziger Kandidat zum Bürgermeister in seinem Amt bestätigt werden und die „üblichen Verdächtigen“ der großen Bürgerkoalition aus Bürgerverein, CSU, Freien Wählern und Bürgerverein wird mit 6/7-Mehrheit weiterhin über die Geschicke Horgaus bestimmen), eigentlich egal sein könnte, wollen wir von der Antifa Horgau uns dennoch in gewohnt kritischer Weise dazu positionieren. (mehr…)

Eine Rede

Dies ist die ungekürzte Fassung der fulminanten Rede, die unser Sprecher Gryphius Importans am 3.1. anlässlich der Feier zu unserem offiziellen Wahlkampfauftakt hielt. Die versammelte Anhängerschaft der Antifa Horgau jubelte ihm zu und feierte ihn als Nachwuchslokalpolitiker Nr. 1 in der Region. In einem anschließenden Interview zeigte er sich ob des anstehenden Wahlkampfs, der „hart aber fair“ geführt werden würde, optimistisch, auch wenn die Antifa Horgau nicht im eigentlichen Sinne bei den Gemeinderatswahlen 2.3. antreten wird1. Die Umfragetendenz sei dabei garnicht mal so schlecht. Auf die Frage „Würden Sie die Antifa Horgau wählen, wenn Sie zur Gemeideratswahl antreten würde?“ antworteten laut Importans bei einer Blitzumfrage am 2.1. 100% mehr Befragte als am 1.1. mit „Ja“. Importans dazu: „Wenn sich diese Tendenz bis zu den nächsten Gemeinderatswahlen im Jahr 2013 fortsetzen würde, hätten wir sehr gute Chancen, gegen Hafner und seine Allparteienkoalition erfolgreich kandidieren zu können.“
Doch wichtiger noch als der messbare Stimmanteil sei die gefühlte Stimmung. „Ich war nie ein Freund von Statistiken, für mich bin ich der Bürgermeister der Herzen. Das zeigt sich immer wieder, wenn ich mit Menschen spreche, die im offiziellen Horgau von Hafner & Co. nicht willkommen sind, z.B. den hier versammelten Menschen aus Augsburg.“

Liebe Besucherinnen und Besucher dieser Veranstaltung, liebe Mitbürgerinnen und Bürger, liebe Landsleute, meine Damen und Herren. Ein arbeitsreiches Jahr liegt hinter uns, ein Jahr, in dem Horgau alles in allem einen guten Schritt nach vorne getan hat, vorneweg beim Kampf gegen den Bürgerverein. (mehr…)




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