Archiv der Kategorie 'Lokales'

Alles Gute kommt von oben

Unter dem Motto „Alles Gute kommt von oben“ beginnt gerade die Mobilisierung zur Antifademo am 22. Februar anlässlich des Gedenktags zur Augsburger Bombennacht am darauffolgenden Samstag. Wohlgemerkt: die Antifa, d.h. die Gruppen Contra Real und RAY1, mit Unterstützung auch von uns, rufen diesmal nicht primär zu Aktionen gegen die Nazidemo am 23. Februar auf, sondern veranstalten eine eigene Demonstration. Dies hat klare inhaltliche Gründe. Zum einen ist am 23. 2. ohnehin die ganze Stadt gegen Rechts auf der Straße, wieso da noch eine eigene Gegenveranstaltung anmelden? – zum anderen gedenkt die Stadt an diesem Tag genauso den vermeintlichen „deutschen Opfern“ wie die Nazis. Nur das Nazi-Gedenken zu kritisieren und dagegegen zu protestieren hieße zu übersehen, dass dem bürgerliche Gedenken genau dieselben fragwürdigen geschichtsrevisionistischen Thesen zu Grunde liegen. Mit der eigenen Demo am Vorabend geben wir klar zum Audruck, dass wir sowohl das bürgerliche als auch das neonazistische Gedenken kritikabel finden und uns nicht für den Bauch-Antifaschismus der Bürger vor den Karren spannen lassen, sondern inhaltlich eine klare Trennlinie zu beiden Gedenkveranstaltungen ziehen. Die Kritik am bürgerlichen Gedenken und alle weiteren Infos zur Demo sind detailliert auf der Seite allesgute.tk (Direktlink) nachzulesen.

Wer also mehr im Sinne hat, als nur gegen Nazis zu pöbeln, sondern auch seinen Unmut über die bürgerliche Variante des Geschichtsrevisionismus kundtun will, den erwarten wir am 22. Februar um 18 Uhr am Königsplatz.

  1. Radical antifacist youth [zurück]

Die Bahn kommt…


Mitten im Wahlkampf hat Hafner, völlig unerwartet, einen geradezu genialen Coup gestartet: Eine Unterschriftenaktion mit dem Ziel, für Horgau einen S-Bahn-Anschluss zu realisieren.
Das ist eine gute Sache, auch wenn es eher unwahrscheinlich erscheint, dass eine solche Forderung bei irgendwem Gehör findet. Wir könnten uns dann zumindest „Das schönste an Horgau ist der Zug…“ als Motto setzen.

Thesen zum Horgauer Kommunalwahlkampf

Wie alle sechs Jahre in regelmäßigem Turnus finden auch in diesem Jahr in Horgau am 2.3. die Kommunalwahlen statt. Obwohl uns ein solch belangloses Ereignis, dessen Ausgang ohnehin von vorneherein feststeht (Bürgermeister Thomas Hafner* wird als einziger Kandidat zum Bürgermeister in seinem Amt bestätigt werden und die „üblichen Verdächtigen“ der großen Bürgerkoalition aus Bürgerverein, CSU, Freien Wählern und Bürgerverein wird mit 6/7-Mehrheit weiterhin über die Geschicke Horgaus bestimmen), eigentlich egal sein könnte, wollen wir von der Antifa Horgau uns dennoch in gewohnt kritischer Weise dazu positionieren. (mehr…)

Sie haben sich ein Denkmal gebaut

Wenn es keinen objektiven Grund gibt, mit dem Leben in diesem Land zufrieden zu sein, etwa, weil die Löhne hoch und die Arbeitszeiten niedrig sind, muss sich der Staat schon auf anderem Wege bemühen, seine Bürgerinnen und Bürger bei Laune zu halten. Zum Beispiel durch identitätsstiftende Monumente. So viel Geld dieser Bau auch kosten mag – es kommt wohl billiger, als den Leuten Brot zu geben – sie wollen Spiele. Aber selbst die sind versteinert. (mehr…)

Freinacht ist uncool

Wer denkt, die in dem Ort, in dem wir leben, so beliebte „Freinacht“ hätte irgendetwas mit „frei“ zu tun, kann dies unserer Meinung nach auch vom Freitag, den wir als letzten Tag der Schulwoche durchaus zu schätzen wissen, tun. Denn was ist bitteschön toll daran, in einer Nacht des Jahres, nämlich der vom 30. April zum 1. Mai, randalierend durch den Ort zu ziehen und den Rest des Jahres brav daheim vorm Fernseher zu sitzen und sich ein Bierchen einzuflösen? Ähnlich Weihnachten, Ostern, dem Valentinstag, Silvester und dem ganzen anderen Kram, der im Kalender rot angefärbt ist, kritisieren wir die bürgerliche Feierkultur, da es in ihr nur darum geht, potentiell radikale Bedürfnisse in reglementierte Formen zu bringen und, ohne einen Schaden für die Gesellschaft, scheinzuerfüllen. Der Wunsch nach Randale, also sinnlos zelebrierter, gemeinschaftlicher Zerstörung bzw. Zweckentfremdung fremden Eigentums, ist ein solches. Es enthält ein unbewusstes Wissen davon, dass Eigentumsverhältnisse Machtverhältnisse sind und letztendlich jeder vernünftigen Begründung entbehren. Erscheint es den heute Lebenden lächerlich, dass man im feudalen Zeitalter annahm, es bestehe ein gottgegebenes Recht, dass alles Land samt seinen Bewohneren einer kleinen Gruppe Auserwählter, durch nichts legitimiert als ihre Abstammung, gehörte, so könnte man wohl ebenso darüber lachen (obwohl es einem dann doch eher im Halse stecken bleibt), dass im jetzigen Zeitalter ernsthaft behauptet wird, individuelle „Leistung“, worin immer die bestehen mag, ziehe automatisch individuelle Besitzansprüche auf Güter, die letztendlich gesamtgesellschaftliche produziert werden, nach sich. Randale negiert dieses Eigentumsprinzip, das Milliarden Menschen von dem, was dem Stand der Produktivkräfte nach möglich wäre, ausschließt, vollkommen, indem es ihr ja nicht nur um die Verschiebung von Eigentum, wie dem Diebstahl, geht, in absolut emanzipatorischer Art und Weise. Randale ist also gutzuheißen, doch die verdammten bürgerlichen Eigentumsverhältnisse existieren 1. nicht nur einmal im Jahr und 2. fehlt der Randale jede revolutionäre Aura, wenn sie als kontrollierte Pflichtübung im Bierrausch an einem von der Obrigkeit festgesetzten Termin vollzogen wird. Das lächerliche, heteronome Treiben der Bauernkinder, freiwilligen Feuerwehrler und Schützenvereinskumpanen, die in der Freinacht das Dorf achso brutal heimsuchen, hat mit der Umwälzung jener bornierten Eigentumsordnung ebenso wenig zu tun wie die zwanghafte Feuchtfröhlichkeit beim dörflichen Faschingsball (bei dem, wie unsere verdeckten Ermittler berichteten, auch die örtliche Naziszene in ulkiger Skinheadkostümierung ein gern gesehener Gast ist) mit Spaß.
Lange Rede, kurzer Sinn: wir bleiben am 30. April zu Hause, gucken „Desperate Housewives“ oder lesen ein gutes Buch und machen Randale, wann es uns passt und nicht, wenn es der Bürgermeister will und die Polizei toleriert und rufen alle, die checken, dass sie genausoviel Recht auf den Besitz eines Falchbildfernsehers wie der reiche Nachbar haben und deswegen seinen Briefkasten mit Senf beschmieren wollen, dazu auf, das doch bitte am 2., 3. oder 5. Mai zu tun, einfach, wenn sie darauf Lust haben. (mehr…)

Danach

Die Demo ist zu Ende, zu der mehr oder (leider) weniger geplanten Blockade hat es unglücklicherweise nicht gereicht. Es ist ärgerlich, dass von der bürgerlichen Gruppierungen, die noch auf der Blockadeseite und auch bei den Reden am Martin-Luther-Platz große Töne gespuckt haben, nicht einmal ansatzweise der Versuch erfolgt ist, das, wozu sie aufgerufen haben, auch wirklich durchzuführen. Claudia Roth, Bundestagsabgeordnete von den Grünen, hat noch eine halbe Stunde vor der Veranstaltung am Martin-Luther-Platz auf persönliche Nachfrage bekräftigt, sie werde an einer Blockade teilnehmen. Sie wurde auch später nahe der Naziroute gesehen – doch auf den Gedanken, wirklich aktiv an einer Blockade mitzuwirken, ist sie anscheinend nicht getroffen. Dies scheint wohl ein Problem der Demokratie im Allgemeinen zu sein: Worte und Gesten sind wichtiger als die Taten, beim Wähler kommt es gut an, wenn man verspricht die Steuern zu senken. Ob man es dann auch wirklich macht, ist die andere Frage.
Ansonsten kann man zumindest die große Anzahl der Gegendemonstranten, sowohl Bürger als auch Antifaschisten, schon als Erfolg werten, auf dem wir aufbauen können – eine rechte Demo zum gleichen Anlass im nächsten Jahr ist derweil bereits angemeldet.

Wind it up!

Bereits zum 2. Mal innerhalb von nur 3 Monaten demonstrieren in Augsburg die Rechten, diesmal um an die Opfer des von ihnen in unverschämter Weise so bezeichneten „Bombenholocaust“, d.h. der Bombardierung deutscher Städte durch die Allierten, zu „gedenken“ (wie sie ihr widerliches Treiben selbst wohl bezeichnen würden). Dass sie in so kurzer Zeit schon wieder demonstrieren zeigt, dass sie wohl vorhaben, in Augsburg verstärkt aktiv zu werden. Das dürfen wir auf keinen Fall hinnehmen! Deutsche Täter sind keine Opfer!

Die ganze Sache findet am 24.2. statt, unsere Gegendemo beginnt um 10.00 Uhr am Martin-Luther-Platz (das ist wichtig, denn auf den Flyern steht Metzgplatz, was ursprünglich als Startpunkt geplant war, von der Polizei dann aber doch nicht genehmigt wurde). Da diesmal auch bürgerliche Gruppierungen wie die Grünen zu einer Blockade der Nazidemo aufgerufen haben, stehen die Chancen diesmal garnicht mal so schlecht für uns. Wir müssen den Nazis auf jeden Fall klarmachen, dass ihre Anwesenheit auf Augsburs Straßen unerwünscht ist! Erscheint daher zahlreich, bringt Freunde mit und schaut nach der Demo vielleicht nochmal in den Infoladen vorbei, wo um 20.00 ein Songwriterabend mit drei Punk- und Indierockbands stattfindet.

Weitere Infos auf www.wind-it-up.tk, der offiziellen Demoseite (auf der im übrigen auch einige sehr gute Texte zu lesen sind!!!) und www.selbstverwaltetes-zentrum.tk, der Seite der „Ganzen Bäckerei“ im Reitmayrgäßchen 4 (dort findet ihr bei „Über uns“ ganz unten auch die Wegbeschreibung!).

Wichtig: Es gibt jetzt auch eine offizielle Seite all derer, die eine Blockade unterstützen, u.a. die Fachschaft für Philosophie an der Uni Augsburg und Claudia Roth. blockadeaugsburg.bl.funpic.de

Hafner, der Kritiker

Wie jeder deutsche Kleinbürger entdeckte auch der 1. Bürgermeister von Horgau, Thomas Hafner, zur Weihnachtszeit sein schlechtes Gewissen – dies machte er auch gleich in der Weihnachtsausgabe des „Horgauer Gemeindeblatt“s, die leider noch nicht online ist, publik. Im Leitartikel präsentierte er, für seine konservative Mitbürger- und Wählerschaft, recht ungewöhnliche Töne.
Zunächst beklagt er, dass angesicht der „zunehmenden Atemlosigkeit in unserer Gesellschaft“ gar keine rechte Weihnachtsfreunde mehr aufkommen will. „Wir alle haben Pflichten und Aufgaben, die wir nicht einfach mit Beginn der Adventszeit beiseite legen können. Der „Main Stream“ nimmt keine Rücksicht auf Individuen. Wir müssen funktionieren… Diesen Preis fordert die moderne Welt von uns. Und allzu große Rücksichtnahme auf Schwächere können wir uns nicht mehr leisten, da wir dann selbst unser „Programm“ nicht mehr schaffen.
So weit so gut, die Kritik ist ja nicht ganz falsch, auch wenn sie sich auf so einen so moraltriefenden Anlass wie das selbstzufriedene bürgerliche Geschenkfest Weihnachten bezieht. Allerdings enthält sie auch bereits die Rechtfertigung der gegebenen und als schlecht erkannten Zustände. Hier spricht das entfremdete bürgerliche Individuum aus den Tiefen seiner zerrissenen Seele ohne zu erkennen, dass es ja keine Naturnotwendigkeit ist, dass die „moderne Welt“ so ist, wie sie ist. Es sagt, „ich muss ja“, „ich kann nicht anders“, obwohl es ja, im großen Maßstab gedacht, durchaus anderes möglich wäre. Es würde wohl zu kurz greifen, Herrn Hafner an dieser Stelle Doppelmoral vorzuwerfen. Sicher, es gehört nicht sehr viel Mut dazu, zu Weihnachten ein paar sozialkritische Allgemeinplätze von sich zu geben, sicher, es fällt schon ins Auge, dass 2/3 des Gemeindeblatts aus Weihnachtsanzeigen lokaler Firmen und Vereine bestehen, doch aus Herrn Hafners (Frosch-)Perspektive stimmt seine Sicht der Dinge ja.
Als wäre es jemals anders gewesen! (mehr…)

Let’s push things forward!!!

Unter diesem Motto ruft ein breites antifaschistisches Aktionsbündnis, zu dem auch die Antifa Horgau zählt, zu einer Gegendemo gegen einen Neonazimarsch unter dem Motto “Gegen Polizeiterror – Null Toleranz
gegen kriminelle Tendenzen bei Polizei und Justiz” am 2.12. in Augsburg auf. Um 10 Uhr am Theodor-Heuss-Platz gehts los, dann quer durch die Altstadt. Die uns von der Polizei gewährte Route ist eigentlich lächerlich im Vergleich zu der der Neonazis, die vom Prinzregentenplatz (nahe Hauptbahnhof) bis zum Oberhausener Bahnhof springerstiefeln dürfen – unter Schutz eben jener Polizeigewalt. Wir werden sie wenn schon nicht direkt angreifen, so doch offen auf der Straße unsere Ablehnung gegenüber solchen Treibens auf deutschen Straßen kundtun und damit hoffentlich auch Leute, die ansonsten eher weggucken dazu bringen, zu checken, in was für einer Gesellschaft wir eigentlich leben. In einer Gesellschaft, in der faschistoides Gedankengut offenbar zum common sense gehört, sowohl in Gewerkschaftskreisen als auch im Bildungsbürgertum, wie einschlägige Studien immer wieder beweisen. Diese Mitte, die die Kern jener Gesellschaft bildet, ist, wie es auch im offiziellen Aufruf des Aktionbündnisses heißt, der Ursprung, nicht nur der Nährboden solchen Denkens. Sie beweist jeden Tag aufs Neue, wie gewalttätig und irrational sie ist, und schreibt sich zur gleichen Zeit Frieden und Vernunft auf ihr Banner. Wer gegen den Faschismus kämpfen will, muss auch gegen diese Gesellschaft kämpfen, nicht wie die Bürger, die um 12 Uhr am Elias-Holl-Platz unter Führung des Augsburger Oberbürgermeisters Dr. Paul Wengert mit ihrer „Kungebung gegen Nazis und Ewiggestrige“ starten und sich „Frieden und Toleranz“ auf die schwarz-rot-goldene Fahne schreiben. Von dieser Toleranz, die ja konsequenterweise auch auf die Faschisten selbst angewendet werden muss, haben die Opfer rechter Gewalt leider herzlich wenig. Und das mit den „Ewiggestrigen“ zugleich auch all jene gemeint sind, die sich dem neuen Deutschland und seinem HartzIV-Partypatriotismus entgegenstellen, ist wohl auch klar.
Lange rede, kurzer Sinn: hockt nicht daheim rum, während offen nationalsozialistisch eingestellte Deppen ihre Meinung auf der Straße kundtun, sondern tut eure Meinung selber kund – unter dem Faschismus haben schließlich nicht nur einige Minderheiten, sondern alle zu leiden, die einfach nur ein gutes Leben führen wollen.

Neonazis, wir zeigen euch, was „keine Toleranz“ heißt! Bis zum 2.12.!

Mehr Infos und – unbedingt vorher durchlesen – ein kleines Demo-1×1 gibt es auf der Aktionsseite .
http://push-things-forward.tk/

Das Rothtal ist rosa

Nach einer ungefähr dreistündigen Sitzung sind wir nun konstituiert: die Antifa Horgau. Ab sofort werden wir uns jeden zweiten Samstag treffen und gemeinsam antideutsch-communistische Antipolitik in Horgau und darüber hinaus vorantreiben. Nächstes Mal am 7.10., allerdings schon um 13.00 Uhr.
Als Ziele haben wir uns vorerst gesetzt:
- Pflege des Gedenkens an das KZ-Außenlager Horgau (Link) inklusive Aufstellen eines würdigen Gedenksteins
- Organisation von Veranstaltungen, v.a. für Jugendliche (Partys etc.)
- Durch gezielte Aktionen auf Missstände hinweisen und zum Nachdenken provozieren
- Auch und gerade dem Horgauer Lokalpatriotismus seine Gefolgschaft verweigern, denn schlecht ist Patriotismus auch, wenn er nicht auf einen ganzen Staat, sondern „nur“ auf einen kleinen Staatsteil bezogen ist. Einen positiven Bezug zu repressiven Kollektiven gibt es für uns nicht, daher formulieren wir als plakatives Fernziel die Wiedervereinigung Horgaus mit dem verhassten Zusmarshausen.

Bis zum nächsten Mal! Luxus, Sekt und Sonnenschein für alle!

Die Antifa Horgau.

P.S: als Leitlinie für uns sehen wir u.a. diesen doch sehr prägnanten Text an: Selbstdarstellung der Antifa UNited




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