Archiv der Kategorie 'Lokales'

Stellungnahme der Antifa Horgau zur Löschung ihres Videos auf Youtube

Das Video „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“, welches die Antifa Horgau zu Zwecken der Mobilisierung zu Gegenprotesten im Rahmen des letzten Naziaufmarsches in Augsburg erstellte, wurde durch YouTube selber gelöscht, wie wir bereits in Form eine Email am 26.11.2009 erfuhren.Eine Schilderung näherer Umstände der Löschung gab uns das Unternehmen nicht an, geschweige denn eine genauere Begründung. Das Schreiben glänzte durch seine Kürze, es handelt sich vermutlich auch um ein vorgefertigtes Standardformular, aber man erwartet auch gar nicht mehr.
Lest es am besten selber. Die üblichen Begrüßungsfloskeln, haben wir rausgekürzt:

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Kommentar zur morgigen Jugendversammlung


Es ist zugegebenermaßen sehr lange her, dass sich die Antifa Horgau zu kommunalpolitischen Themen in der Öffentlichkeit äußerte und ihren fälligen Beitrag zur lokalpolitischen Debatte leistete. Regelmässige BesucherInnen aus der Fremde könnten fast meinen in der bayrischen Provinz sei nichts passiert. Eine interessante, leicht verführerische Einladung des 1.Bürgermeisters der Gemeinde Thomas Hafner brachte uns nun dazu auf das Geschehen im kleinen Dorf an der B10, dem bürgerlichen Staat im Kleinen einzugehen und das Schlachtfeld der globalen Politik wieder zu verlassen. (mehr…)

Uni Augsburg brennt – Demo am Freitag!!!

Am Dienstag, dem 17.11.2009 besetzten rund 500 StudentInnen den HS 1 der Universität Augsburg und halten ihn bis dato unter ihrer Kontrolle. Der Besetzung voran ging eine Schülerdemonstration mit über 1000 TeilnehmeInnen, die im Rahmen des „Bundesweiten Bildungsstreiks“ gegen das gegenwärtige Schulsystem protestierten. Die Studentenschaft, unter der sich auch einige SchülerInnen befinden, scheint äußerst organisiert zu sein und dürfte in der Lage sein, die Besetzung noch einige Zeit aufrecht zu erhalten. Gedultet ist diese von Seiten der Unileitung bis Freitag; ein Nachgeben der BesetzerInnen dürfte jedoch auf unbestimmte Zeit nicht abzusehen sein. (mehr…)

Der ewige Böse

Am Montag, dem 12.10.2009 rief die Sektion Augsburg von Amnesty International zu einem Vortrag des Menschenrechtsaktivisten und israelischen Anwalts Daniel Shenhar auf. Shenhar arbeitet für die NGO „HaMoked“ und befasst sich mit den Zuständen des israelischen Justizwesens. (mehr…)

Rote Karte gegen Rechts

Die Demonstration gegen den Naziaufmarsch am 28.02.09 hat wieder einmal unter Beweis gestellt, dass an derartigen „Events“ unter dem Großteil der Gegendemonstranten kaum emanzipatorische Kritik vorhanden ist.
An Aufmärschen der „Ewiggestrigen“ bekommt der gemeine Bürger sporadisch die Möglichkeit, seine Pflicht an der Demokratie zu erfüllen und ein paar Stunden in einem „Aufstand der Anständigen“ Flagge gegen vermeintliche Staatsfeinde zu zeigen. Somit wird wahlweise diversen Gegenveranstaltungen ein Besuch abgestattet, um in „Friede, Freude, Eierkuchen“ – Manier einmal im Jahr die sonst eher verpönte multikulturelle Vielfalt zu zelebrieren bzw. mit lockeren Samba-Rhythmen und alternativ anmutenden Showeinlagen das „Nazigewäsch“ zu übertönen. Der etwas wagemutigere und radikalere Mensch erwägt vielleicht sogar die Möglichkeit, seine demokratischen Mittel auszuschöpfen und aktiv an einer Gegendemonstration teilzunehmen. (mehr…)

Der Tod ist ein Meister aus Deutschland

Infoflyer der anifahorgau zur geschichsrevisionistischen Demonstration am 28.02.09:

Alle Jahre wieder jähren sich die alliierten Bombenangriffe auf Augsburg, und wie jedes Jahr wird unterschiedlich mit dem Ereignis umgegangen.
Zu allererst gilt es festzuhalten, dass die Bombardierung des Industriestandorts Augsburg ohne jeden Zweifel gerechtfertigt war und keiner Diskussion bedarf. Die Stadt galt mit den Waffenschmieden Messerschmitt (Luftwaffe) und MAN (Panzer, Militärfahrzeuge, Flotte) als kriegswichtige Produktionsstätte, tausende Häftlinge aus dem KZ Dachau mussten hier unter unmenschlichen Bedingungen für die deutsche Kriegsmaschinerie ihren Arbeitsdienst ableisten. Diese Situation stellte ein immens wichtiges strategisches Ziel für die alliierten Befreiungspläne, die sowohl den deutschen Terror an der Ostfront, als auch den systematischen Massenmord beenden konnten, dar. (mehr…)

Die Antwort

Thomas Hafner antwortete uns auf unsere Benachrichtigung via Email.

Sehr geehrte Damen und Herren,

vielen Dank für Ihren offenen Brief. Sie sprechen darin ein Thema an, welches uns auch sehr am Herzen liegt. Sie dürfen uns glauben, dass wir nichts vergessen, verdrängen oder gar vertuschen wollen. Der Umgang mit der eigenen Geschichte ist immens wichtig um gleiche oder ähnliche Fehler in der Zukunft nicht zu wiederholen. Über das Lager in Horgau haben wir in den letzten Jahren einiges an Material zusammen getragen. Zurzeit befasst sich ein Projekt der Kolping-Jugend in Zusammenarbeit mit der Realschule Neusäß und der Gemeinde Horgau mit der Aufarbeitung der Geschichte des Lagers in Horgau-Bahnhof.

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Bibeln für das Volk

Die rote Maobibel hat aber auch was...

Es ist schon ein lustiges Völkchen, diese Christen. Die einen stellen sich vor Krankenhäuser, um abtreibungswilligen Frauen wieder ein wenig Gottesehrfurcht einzubläuen, andere biedern sich mit dem guten alten deutschen Adel an und veröffentlichen geistreiche Bücher mit noch intelligenterem Inhalt.
Doch abseits von medienlüsternen Kardinälen und Bildzeitungsbischöfen gibt es auch noch traditionelle Kirchenmitglieder, die sich dem wahren Auftrag Gottes berufen fühlen und sich dem schnöden Dienst zuwenden, ihre verlorenen Schäfchen wieder heim in den Schoss der Kirche zu geleiten.
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Das Grauen ganz nah

Anhand der Region Sachsen-Anhalt und Nordthüringen stellt der Blogger critique aujourd‘hui dar, worauf man nicht oft genug den Finger legen kann: das Vernichtungssystem der Nazis war nicht nur „irgendwo im Osten“, sondern auch mitten in der deutschen Provinz verortet, wo keiner davon gewusst haben will. Die hiesige Region hätte mit Sicherheit genausogut als Beispiel fungieren können, schließlich waren die Außenlager des KZ’s Dachau nahezu überall verteilt – sogar hier in Horgau-Bahnhof, wo man heute Minigolf spielen und Pony reiten kann. Auf wikipedia heißt es dazu sogar: „Mit 169 Außenkommandos war Dachau das am weitesten verzweigte Lager des nationalsozialistischen Regimes.“
Gerade hierauf sollte in der regionalen Gedenkpolitik viel mehr Aufmerksamkeit gelenkt werden, als er derzeit der Fall ist.1 An den Schulen gehört eine Fahrt nach Dachau zwar mittlerweile zum Standardprogramm, aber zu den nationalsozialistischen Aktivitäten vor Ort erfährt man recht wenig – und dieses wenige wird noch dazu oft noch wesentlich mehr verharmlost dargestellt, als dies auf ganz Deutschland bezogen der Fall ist. Klar, wenn die Erinnerungen an das ethische Versagen der Deutschen direkt vor Augen stehen, tut Verdrängung mehr Not, als wenn es sich um abstrakte politische Sachverhalte handelt.
Es ist ja auch nicht so, dass man sich generell wenig um Gedenk- und Geschichtspolitik kümmern würde. Selbst in Horgau gedenkt man bis heute den Gefallenen der Weltkriege und begeht alljährlich den Jahrestag der Horgauer Unabhängigkeit von Zusmarshausen*. Von Augsburg ganz zu Schweigen!

Ein weiteres wichtiges Kapitel in diesem Zusammenhang sind die Todesmärsche gegen Ende des 2. Weltkriegs, bei denen arbeitsfähige Häftlinge auch aus den Lagern in Polen bis in unsere Region verschleppt wurden. Ich selbst lernte einmal einen Überlebenden aus Auschwitz kennen, den es bis nach Regensburg und Passau verschlagen hat. Critique aujourd‘hui will darüber im nächsten Teil seiner Artikelreihe über die regionale Verstrickung des deutschen Kernlands in das Vernichtungssystem berichten. Man darf schon jetzt gespannt sein.

  1. Einen theoretischen und praktischen Beitrag dazu lieferte vor einem halben Jahr die „Alles Gute kommt von oben“-Demo. mehr dazu [zurück]

Die Weltverschwörung tagt in der Kongresshalle

Natürlich hat sie sich geschickt unter dem Label „Rational“ getarnt. Doch wir wissen, dass ihre Rationalität Lüge ist!

Der ultimative Beweis für das konspirative Treiben der führenden Köpfe aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaft, Medien und Militär – zugezogene Vorhänge:

Die „rationale“ Weltverschwörung bekämpfen – Kampf den lichtscheuen Kreaturen!

Augsburg ist Schilda

Eine Treppe, die nicht nur strunzhässlich führt, sondern auch ins Nichts führt? Sowas gibts tatsächlich nur in Schilda – oder in Augsburg.
Ansichten vom Fünffingerlesturm am Stadtgraben.




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Einer für Diesel, Diesel für alle

Der Lokalpatriotismus steht derzeit hoch im Kurs in Ausgburg. Spätestens, seitdem der FCA in die 2. Bundesliga aufstieg, rennt man jeden zweiten Samstag ins Stadion, das Werbelabel „Friedensstadt“ wirbt um leichtgläubige Kundschaft und zahlreiche Jubiläen verweisen auf die historische Bedeutung unserer Metropole. Man denke nur an die Bertold-Brecht-Festivals, die Zarensilber-Ausstellung oder ein neuerliches Kuriosum vor Heimatstolz nur so triefender Erinnerungskultur: die in zahlreichen Kneipen kostenlos ausliegende „Jubiläumsschrift“ „Augsburg feiert – 150 Jahre Rudolf Diesel“.

Wer denkt, er würde in diesem Heft interessante Fakten rund um den berühmten Erfinder des Dieselmotors erfahren, der sollte von ihm lieber die Finger lassen. Denn höchstens ein Zehntel der zahlreichen Beiträge handeln von Rudolf Diesel selbst. Das wird schon im noch von Paul Wengert (wahrscheinlich eine seiner letzten Amtshandlungen) verfassten Vorwort deutlich. Dort heißt es: „Rudolf Diesels 150. Geburtstag zu feiern, ist für Augsburg gleichermaßen eine Pflicht wie eine Ehre. Vor allem aber ist es eine Chance für die Standortwerbung.“ Und später: „Rudolf Diesel hat in seinem Motor die Welt bewegt – in seinem Jubiläumsjahr ist er Motor für Augsburg.“ Was diese Sätze konkret bedeuten, kann man im Verlauf des Hefts mühelos feststellen. Es ist keine informative Broschüre über Diesels Leben und Werk, sondern schlichtweg eine Werbeschrift für die tolle Stadt, also den „Standort“ Augsburg und in ihr beheimatete Institutionen und Betriebe. Der Erfinder Diesel wird in eine „Erfolgsstory“ eingeordnet, die bis auf den heutigen Tag fortdauert und an der alle in Augsburg lebenden Menschen, ob sie wollen (Wengert wohl selbst) oder nicht (Bertold Brecht) einen Anteil gehabt hätten und haben. Ähnliches kennt man ja von diversen Jubiläumstagen: eigentlich war alles, was in der Vergangenheit geschah, irgendwie toll und trug alles zum Triumph des Fortschritts bei – sei es dem der Menschheit, Europas, Deutschlands, Augsburgs oder Horgaus. Oder man kann – wenn es garnicht mehr anders geht – aus negativen Ereignissen der Vergangenheit zumindest verwertbare Lehren für die Gegenwart ziehen (Flucht, Krieg, Vertreibung etc.). (mehr…)

29.3.: Erneuter Naziaufmarsch in Augsburg

Trotzig wie sie sind, haben die Rechten am 29.3. schon wieder eine Demo angekündigt, diesmal unter dem ominösen Motto: „Gegen kriminelle Tendenzen – Perspektiven schaffen!“ Für den Ankündigungstext haben sie sich eine für diese Kreise recht ungewöhnliche Argumentationsstrategie ausgedacht: sie selbst seien die Opfer eines Ablenkungsmanöver der bürgerlichen Kräfte vor den wirklichen Problemen der Gesellschaft. Klar, Veranstalter sind Autonome Nationalisten, nicht DVU oder NPD. Auf der Seite der Unterstützergruppe „Sozialrevolutionäre Aktion Regensburg“ findet man in der Abteilung „Wissenswertes“ z.B. auch Texte über den Syndikalismus, sehr kritische Passagen gegen NPD und DVU und eine Analyse des Zionismus als „rassistische Ideologie“.

Die Neonazis haben im Übrigen garnicht mal so Unrecht mit ihrer Kritik. Klar: noch mehr als die radikale Linke stellen sie in den meisten Regionen Deutschlands ein ziemlich marginalisiertes Grüppchen dar, über das man auch genausogut schweigen könnte. Gerade mit irgendwelchen Ausländer-, Schwule- und Punkerverkloppenden Dorfnazis, die wohl eine reale Bedrohung darstellen, wollen die Herren „autonome“ Edelnationalisten wohl selbst wenig zu tun haben, wenn man ihren textlichen Verlautbarungen glauben schenken darf. Die erwähnten Regensburger zumindest betonen immer wieder ausdrücklich, dass sie „nationale und internationale Solidarität“ pflegen wollen und gegen fremde Kulturen an sich nichts haben. Im Gegenzug wird z.B. Israel und den USA Völkermord und Rassismus unterstellt.

Auch in antifaschistischen Kreisen wurde zu Recht erkannt, dass der staatliche Antifaschismus eine höchst affirmative Funktion besitzt. Doch dieses Urteil basiert auf ganz anderen Überlegungen als die der Neonazis. Die sagen in ihrem Aufruf im Grunde aus „So böse sind wir doch garnicht“ – und damit haben sie verdammt Recht. Denn unter den „wirklichen Problemen des Landes“ verstehen sie im Einklang mit Roland Koch und anderen rechten Protagonisten v.a. eines: Ausländerkriminalität. Der Demoaufruf ist gewissermaßen ein Angebot an die Bürger, sich doch die guten Bundeskameraden, die man in den Autonomen Nationalisten hat, nicht entgehen zu lassen und zu akzeptieren, dass diese doch eigentlich gewillt sind, konstruktive Verbesserungsvorschläge einzubringen. Natürlich wird dieses Angebot ausgeschlagen werden, doch nicht aufgrund grundsätzlicher Differenzen, sondern weil sich die Bürger an der reinen Form des Auftretens ihrer Möchtgernavantgarde stören. Der radikale, größtenteils von der Antifa kopierte, Style ist eben bloße Phrase – eine lächerliche Kostümierung. In der größtenteils dürftigen, widersprüchlichen und konsistenzlosen Theorien dieser Gruppierungen findet das seinen passenden Widerpart.

Wer nun gegen diesen seltsamen Haufen demonstrieren möchte, der kann das, obwohl es – wie sie ja selbst sagen – sicherlich wichtigere Dinge gibt, gerne tun.

Wann? 29. 3. 12:30 bis 13:00 Uhr

Wo? Bahnhof Augsburg/Oberhausen

Hausdurchsuchung gegen Antifaschisten am 5.3.

Am 5.3. hat der Rechtsstaat mal wieder seine Zähne gegen linke Strukturen gezeigt und eine Hausdurchsuchung bei Augsburger Genossen durchgeführt – wie so oft unter Mitteln, die er als Rechtsstaat eigentlich garnicht einsetzen dürfte und die die ganze Aktion in ein recht fragwürdiges Licht rücken. Auch wenn in den gewöhnlichen Medien normalerweise nur ein Standpunkt seinen Platz findet – der vermeintlich objektive der Polizei – und anderen Sichtweisen auf das Geschehen wenn überhaupt nur ein marginaler Stellenwert eingeräumt wird (womit an der „Objektivität“ der betreffenden Berichterstattung schon erhebliche Zweifel aufkommen), haben es sich verschiedene bayrische linke Gruppen, darunter auch wir selbst, nicht nehmen lassen, eine Presseerklärung mit unserer Perspektive auf das Geschehen zu veröffentlichen.

Repression gegen Antifaschisten in Augsburg

Am Mittwoch, den 5. März 2008, durchsuchten Beamte des Augsburger Staatsschutzes die Wohngemeinschaft zweier Antifaschisten in Augsburg. Die Polizei wirft einem von ihnen „versuchte Brandstiftung“ an einer Gaststätte in einer Gögginger Schrebergartensiedlung vor. In dieser Gaststätte fand im Jahr 2007 mindestens eine Veranstaltung der rechtsextremen DVU statt. Bereits Anfang Januar berichtete die Augsburger Allgemeine (AZ) unter dem Titel „Brandanschlag auf Gögginger Gaststätte“ über die versuchte Brandstiftung an der Gaststätte. In dem Artikel wurde bereits explizit darauf hingewiesen, dass ein „politisch motivierter Hintergrund nicht auszuschließen“ sei. Schließlich sei es bereits im März 2007 bei Protesten gegen eine DVUVeranstaltung in der Gaststätte zu „Randalen“ gekommmen.
Aus welchen Gründen die Polizei jetzt darauf kommt, ausgerechnet die Wohnung dieses
Antifaschisten zu durchsuchen, ist nicht nachzuvollziehen. So willkürlich wie die Dursuchung war,
hätte der Augsburger Staatsschutz auch die Wohnungen jeglicher antifaschistisch gesinnter
Menschen in Augsburg durchsuchen können.
Die Durchsuchung der Wohnung fand am 5. März 2008 gegen 7.15 Uhr statt. Trotz des Protest des Beschuldigten drangen die Beamten auch in die Räume seines zu diesem Zeitpunkt nicht anwesenden Mitbewohners ein, und entwendeten dessen Computer, Farbdosen sowie Plakate; schließlich entnahmen sie noch die Speicherkarte seiner Kamera. Desweiteren verweigerte die Polizei dem Beschuldigten sämtliche Telefonate; vor allem durfte er den mitbetroffenen Hauptmieter nicht benachrichtigen. Auch dem Beschuldigten selbst wurden der Computer, etliche CD’s und private Briefe ohne politischen Inhalt entwendet.
Das Vorgehen der Beamten war vollkommen willkürlich und unsystematisch. Offensichtlich zielte die Durchsuchung nicht darauf ab, Beweise zur Tat zu finden, schließlich war schon im Durchsuchungsbefehl die Rede von der Suche nach „linkem Propagandamaterial“ und „externen Speichermedien“. Die Polizei beschlagnahmte also Gegenstände, die mit dem Vorwurf der
Brandstiftung in keinerlei Zusammenhang standen.
Die Vernehmung des Beschuldigten entbehrte ebenso jeglichen Bezugs zum Tatvorwurf, da die
Beamten ausschließlich Fragen zu linken Strukturen in und um Augsburg stellten, um diese zu
durchleuchten. Wir gehen davon aus, dass diese überzogene Polizeiaktion lediglich der
Einschüchterung und der Sammlung von persönlichen Daten von aktiven Antifaschisten diente und werten diese Durchsuchung als Kriminalisierung der linken, antifaschisten Szene in und um
Augsburg. Deshalb fordern wir die sofortige Herausgabe aller beschlagnahmten Gegenstände, die Einstellung des Verfahrens und das Ende jeglicher Repression gegen linke Strukturen.

Mit antifaschistischen Grüßen
Infoladen Augsburg, Gruppe Contra Real, Ray[a], Jugendantifa Augsburg, Ak AUA Augsburg, Antifa Horgau, Infogruppe Rosenheim, SDAJ Bayern, Organisierte Autonomie Nürnberg

Endlich vorbei!

Endlich geschafft: der für uns alle stressige und ermüdende Lokalwahlkampf ist zu Ende und wir können uns nun endlich wieder auf wirklich wichtige Dinge konzentrieren.
Das Resume steht für uns auf jeden Fall fest: Wir haben die Wahlen gewonnen! Die Wahlbeteiligung lag bei schlaffen 65,80% (2002: 74,59%). Das Minus von fast 10% freut uns und bestärkt uns darin, dass wir durchaus einen gewissen Anteil der Hogauer hinter uns haben.

Wie zu erwarten hat sich an der sonstigen politischen Konstellation Horgaus nichts geändert. Der Bürgerverein hält 5, die CSU 4 und die Freien Wähler 3 Sitze, SPD und Bündnis Umwelt jeweils einen. Aber, wie gesagt: daran etwas zu ändern war auch nicht unser Ziel. Vielleicht hat unsere Fundamentalopposition letztendlich sogar mehr Auswirkungen aufs Dorfgeschehen als wenn wir uns hinter irgendeine Partei stellen würden. Die relativ kurzfristig angekündigte Jugendparty der CSU gibt zumindest Anlass zu Spekulationen, ob man da nicht doch versucht hat, auf unseren Flyer zu reagieren.

Letztendlich brüsten wir uns also durchaus mit einem gewissen Erfolg und werden unsere (Anti-)Politik daher unermüdlich fortsetzen.




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