Archiv der Kategorie 'aus der großen weiten Welt'

Das Spektakel der WM

Wiedermal scheinen wir alle mit dem WM-Fieber infiziert zu sein, denn König Fußball ist wieder Herr im Lande. Am 11.6. beginnt in Südafrika die erste Fussballweltmeisterschaft der Männer auf dem afrikanischem Kontinent. Selbstverständlich ist auch das nationale Team dieses Landes mit dabei und strotzt vor Selbstbewusstsein.
Ein eigentlich sehr interessanter Aspekt an diesem Sommerereignis ist, zu sehen, welche gesellschaftlichen Lager, von ihm so ergriffen werden. Diese Lager reichen von den grölenden Fussballfans aus den Fankurven deutscher Stadien bis hin zu den intellektuellen Vertretern des Bildungsbürgertums bzw. der deutschen Intelligenzia , welcher selber erkennt, dass ihre Begeisterung für diesen Sport eher infantiler Natur ist als rationelles Verhalten eines erwachsenen Individuums. Die Euphorie bringt diese Schicht wohl selber zum Schmunzeln. Doch sogar das linksradikale, tendenziell deutschlandfeindliche Lager partizipiert an dem Spektakel, obwohl es ihm weniger um das Anfeuern einer teilnehmenden Truppe dabei geht. Es analysiert die Weltmeisterschaft der Herren allgemein als ein Moment, welcher nationalistisches und sexistisches Gedankengut in negativster Weise produziert und schließlich zu Ausbrüchen rechtsextremer Gewalt führen kann, wie die Gruppe „Autonome Antifa Weilheim“1 mit der „Deutschland? Platzverweis!“-Kampagne2.
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Zu aktuellem Anlass

Wer steht hinter der Flottille nach Gaza?

Von Arnon Ben-Dror

Während die Organisatoren der Flottille sich selbst als Menschenrechtsverfechter darstellen, deren einziges Ziel die Unterstützung der Menschen in Gaza ist, offenbart ein neuer Bericht die Kooperation der Gruppen mit radikalen Menschenrechtsverletzern.Wie das Intelligence and Terrorism Information Center berichtet, haben hochrangige islamische Extremisten in Istanbul der Einweihungszeremonie eines der an der Flottille teilnehmenden Boote beigewohnt. (mehr…)

Zur naßen, kalten Jahreszeit

Sobald die erste Schneeflocke fällt und sich das Thermometer in ungemütliche Tiefen bewegt, wird man nicht umhin kommen ein seltsames Phänomen zu beobachten. In den kalten Monaten des Jahres sprießt das sog. „Palituch“ in mannigfacher Zahl aus dem Boden und bevölkert nunmehr die deutschen Einkaufsstraßen und Schulhöfe. Dieses Kleidungsstück, das sicherlich einige praktische Vorteile in Sachen Kälteschutz für sich beanspruchen kann, scheint zudem noch das ultimative Accessoire zu sein, da jedermann/frau sich damit stilsicher in modischen Sphären bewegt. (mehr…)

Der ewige Böse

Am Montag, dem 12.10.2009 rief die Sektion Augsburg von Amnesty International zu einem Vortrag des Menschenrechtsaktivisten und israelischen Anwalts Daniel Shenhar auf. Shenhar arbeitet für die NGO „HaMoked“ und befasst sich mit den Zuständen des israelischen Justizwesens. (mehr…)

Free Jerusalem

Anlässlich des antisemitischen Al-Quds-Tags, der in der gesamten islamischen Welt, aber auch auf einer Demonstration in Berlin zelebriert wurde, verfasste der frisch gegründete BAK Shalom/ LAK Bayern-Augsburg zusammen mit der Antifa Horgau ein Flugblatt, das am Vortag in Augsburgs Straßen verteilt worden ist: (mehr…)

Letters to the President

Die Dokumentation „Letters to the President“, die im Rahmen der Augsburger Filmtage vorgeführt wurde, gewährt einen Einblick in die innenpolitische Wirkung Mahmud Ahmadinedschads und bestätigt nahezu alle Vorbehalte über den Gottesstaat Iran, die wir davor schon festgehalten haben.
70 Minuten lang begleitet der tschechische Regisseur Petr Lom den Präsidenten, wie dieser im ganzen Land herumreist und sich als verständnisvoller Zuhörer und iranischer Patron präsentiert. (mehr…)

Peitsche und Protest

Seit Anfang diesen Jahres gilt im Swat-Tal, einer Grenzregion Pakistans die Gesetzgebung der islamischen Sharia, die von staatlicher Seite eingeführt wurde, um einer weiteren Eskalation des Konflikts mit der Taliban zu entgehen. Dass diese Politik der Zugeständnisse an extremistische Islamisten die politische Lage kaum entspannt, die humanitäre Situation für die Leidtragenen der Sharia aber auf jedenfall verschärft, zeigt der in die Öffentlichkeit gelangte Fall der Auspeitschung eines 17-jährigen Mädchens. (mehr…)

Wir haben nichts getan

Irans Präsident Ahmadinedschad ist ja für seine rhetorischen Eskapaden weitreichend bekannt. So forderte er 2005 auf der „Welt ohne Zionismus“ Konferenz, Israel „in Blut“ zu tauchen und kündigte an, dass das Land mit einem „Brandmal“ ausgelöscht werden wird1 (der dezenter Hinweis auf Irans Atomprogramm ist in diesem Zusammenhang bestimmt bemerkenswert). Auch fragte er sich, warum die Juden nicht „nach Alaska“ angesiedelt werden2, da ein erfrischendes Bad im Yukon sicherlich der unerträglichen Hitze Tel Avivs vorzuziehen ist.
In einem kürzlich geführten Interview des Spiegels schlägt der Staatschef jedoch ganz andere Töne an und gesteht sogar, dass er „die Deutschen liebe“ (was einige Akteure bei Siemens und Co. sicherlich erfreuen wird). Auszüge des Gesprächs werden hier nun aufgeführt. (mehr…)

Machtspielchen

Ungeheuerliches tritt unmittelbar nach der als voller Erfolg geltender Afghanistan-Konferenz von Den Haag zu Tage. Wie der Spiegel berichtet, unterzeichnete der afghanische Präsident Hamid Karzai schon einige Zeit vor dem Treffen ein Gesetz, das sowohl das gesamte westliche Engagement in dem Land, aber auch jegliche humanitäre Bestrebungen und damit auch vermeintliche Errungenschaften in Sachen Menschenrechte ad absurdum führt. (mehr…)

Illegales Brot

Da wünscht mensch sich doch gleich ein wenig mehr Menschenrecht und Gleichberechtigung in den Nahen Osten. Wie die Jungle World berichtet, wurde in Saudi-Arabien die 75jährige Greisin Khamsa Sawadi zu 40 Peitschenhieben, vier Monaten Gefängnis und (da sind sich die theokratischen Monarchien mit den westlichen Demokratien einmal einig) zur anschließenden Abschiebung verurteilt, da die Frau aus Syrien stammt. Obwohl die Arme wirklich alles daran gesetzt hat, sowohl dem göttlichen als auch dem weltlichen Strafgericht zu entkommen und die Sharia strikt einzuhalten versuchte, scheiterte sie an der Komplexität ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Unmündigkeit. Da ihr Ehemann verstorben ist und sich die arabische Frau in diesem Staat ohne Mann nicht auf der Straße zeigen darf, beauftragte sie zwei Männer, ihr Brot zu besorgen… dummerweise sahen hier die Gottesrichter den Tatbestand der „illegalen Vermischung“ der Geschlechter.

Eine islamische Republik wird 30! reloaded

Stop Ahmadinejad and the Mullah Regime Stop Ahmadinejad and the Mullah Regime
Den Geburtstag des Mullahregimes nahmen wir zum Anlass, um unsere Kritik am Iran vor allem der aktuellen Situation zu erneuern.
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Redebeitrag der antifahorgau zum Gazakonflikt

Liebe Antifaschistinnen und Antifaschisten,

auch wenn der Konflikt im Gazastreifen schon einige Wochen zurückliegt, erregt er, zu Recht, noch einige Rezeption.
Wir, die Antifa Horgau, wollen einen Blick zurückwerfen, vor allem den Bezug auf antisemitische und antizionistische Vorgehensweisen beleuchten und die Frage behandeln, wie weit antisemitische Tendenzen auch heute noch in der deutschen, europäischen und weltweiten Gemeinschaft verankert sind.
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Gleichstellung Homosexueller?

Ein anscheinend authentischer Fall, gefunden in einem Webforum1:

Auch wenn wir uns hier alle beklatschen, hat das ganze einen ernsten Hintergrund. Ich bin gerade von einem meiner Freunde zurückgekommen und muss das mal loswerden. Ich möchte erzählen, um was es geht und daran zeigen wie wichtig die absolute Gleichstellung ist.
Der Freund ist verheiratet oder um es mit der Amtssprache zusagen, mit seinem Mann verpartnert. Sein Ehemann hat, nachdem er mal verheiratet war, ein Kind in die Beziehung mit eingebracht und beide kümmern sich um den Jungen. Die Mutter, des Kindes, hat bei der Scheidung auf das Sorgerecht verzichtet und ist seither nie wieder mit dem Kind in Kontakt getreten. Soweit, so gut und auch nicht ungewöhnlich. Jetzt wurde bei dem Kindsvater eine sehr schwere Krankheit festgestellt worden und es ist kein HIV. Jetzt kam er ins Krankenhaus und dort auf die Intensivstation. Mein Freund, also sein Mann und der Sohn, wollten ihn dort besuchen. Ich hatte also Zeit und bot beiden an, sie heute dorthin zu fahren. Ich muss dazu sagen, das ich die Beiden seit 12 Jahren kenne.
Wir fuhren also zum Krankenhaus und gingen zur ITS. An der Tür mussten wir uns anmelden und da passierte es. Die Schwester fragte uns, wer wir denn seien und das nur die engsten Familienangehörigen reinkämen. Das hatte ich mir gedacht, nur eben nicht so, wie es dann passierte. Der Sohn sagte also, wer er sei und das sein Vater dabei wäre. Die Schwester verstummte und kam dann an die Tür und fragte nach, ob sie sich „nur“ verhört hätte. Es wurde verneint und daraufhin erklärte sie uns, nur der leibliche Sohn könne zu seinem Vater und weiter niemand. Also wir dachten erst, wir hätten da was verpasst und fragten nochmal, nach dem Warum. Die Schwester holte also einen Arzt und dieser erklärte uns das so:

„Sie sind nicht die Ehefrau und nach dem Gesetz nicht verheiratet. Daher haben wir nicht die Pflicht, Sie als Familienangehörigen anzusehen.“

Mein Freund wurde bleich und sagte nur, er hätte gerne gewusst, ob man ihm wenigstens sagen könne, wie es seinem Mann ginge. Der Arzt verneinte das und bezog sich auf seine vorherige Antwort. Ich wäre fast geplatzt vor Wut und konnte mich gerade so zurückhalten. Der Arzt war eiskalt und abgebrüht und setzte noch eins obendrauf. Er sagte nämlich noch so nebenbei, selbst wenn der Patient verstorben wäre und der danach fragen würde, gäbe es keine Auskunft darüber. Das haute dem Fass den Boden aus und ich explodierte. Ich muss den Arzt wohl sehr heftig beschimpft haben, denn er ergriff die Flucht und die Schwester schaute mich etwas entsetzt an. Was ich gesagt habe, weiss ich wirklich nicht mehr, so außer mir war ich wohl.
Der Sohn, er ist 13, ging also ohne Begleitung seines Papas zu seinem Vater und war mehr als verstört, als er zurückkam. ER sagte nur, er hätte ihn gesehen, konnte aber nicht rein, da er schlief. Ich habe noch nie ein Kind so bitterlich weinen sehen wie heute und auch einen Mann, wie meinen Freund, habe ich noch nie so weinen sehen. Wir sind dann zurück nach Hause gefahren und ich habe eine sehr enge Freundin angerufen und sie kam vorbei. Als der Junge ihr erzählte was passiert ist, da sagte sie das wäre nicht passiert, wenn er die Ehefrau gewesen wäre.
Der Freund will jetzt gegen den Arzt eine Beschwerde einreichen, ob das was bringt wissen wir nicht.
Die ganze Sache hat mir nur wieder einmal gezeigt, das es keinen anderen Weg geben kann, als die totale Gleichstellung der Ehe. Wer sagt, das wäre verkehrt, der verkennt die wirkliche Situation.

So, ich werde versuchen zu schlafen, aber selbst nach mehreren Stunden Abstand bin ich stinkwütend.

  1. Für die Authentizität des Falls können wir uns nicht verbürgen, aber da die Klinik ja nicht namentlich genannt ist, halten wir die Veröffentlichung für unbedenklich. [zurück]

Blog aus dem Iran

Über die blogsport-Top-Ten bin ich auf einen recht guten Blog gestoßen, der auf jeden Fall mal einen Klick wert ist. Er nennt sich „Ali Schisari“ und stammt von einem in Deutschland lebenden Exil-Iraner, der über seine Heimat berichtet. zur Seite

Der ewige Gaukler

Durch die häufige Beschäftigung mit Antisemitismus und Rassismus wird in der Linken oft eine ebenfalls äußerst wirkungsmächtige Spielart projektiver rassistischer Ideologien – gerade auch international betrachtet – der so genannte Antiziganismus, der rassistische Hass gegen als „Zigeneuer“ klassifizierte Personen, etwas vernachlässigt. Dabei zeigen gerade die jüngsten Vorfälle in Italien, wo antiziganistischer Rassismus selbst von den linken Parteien geschürt wird, Russland, Ungarn, Tschechien, Frankreich, Bulgarien und der Türkei, dass das Feindbild „Zigeneuer“ eine hohe Anziehungskraft besitzt. Und auch in Deutschland kennt man die Geschichten von den „asozialen Zigeunern“, die Igel und kleine Kinder essen (oder so ähnlich) nicht nur in Kreisen, in denen das Schimpfwort „Zigeunerjude“ gebräuchlich ist.4 Einen Überblick über die aktuelle Situation der Sinti und Roma (so ihre Eigenbezeichnung – „Zigeuner“ selbst ist ein pejorativer Ausdruck wie „Neger“) in Europa bietet dieser taz-Artikel.
Das interessante ist dabei, dass gerade hier der Konstruktivismus rassistischer Kategorien besonders deutlich zu Tage tritt – denn ein Volk names „Zigeneuer“ gibt es erst, seitdem man diverses „fahrendes Volk“ und andere „asoziale“ Randgruppen darunter subsumiert hat. Nichtmal die NS-Rassenlehre schaffte es, eine Rasse der „Zigeneuner“ „wissenschaftlich“ belegen zu können. Dennoch kamen tausende von ihnen in den Konzentrationslagern ums Leben3. (mehr…)




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