Archiv der Kategorie 'Aktuelles'

Das Spektakel der WM

Wiedermal scheinen wir alle mit dem WM-Fieber infiziert zu sein, denn König Fußball ist wieder Herr im Lande. Am 11.6. beginnt in Südafrika die erste Fussballweltmeisterschaft der Männer auf dem afrikanischem Kontinent. Selbstverständlich ist auch das nationale Team dieses Landes mit dabei und strotzt vor Selbstbewusstsein.
Ein eigentlich sehr interessanter Aspekt an diesem Sommerereignis ist, zu sehen, welche gesellschaftlichen Lager, von ihm so ergriffen werden. Diese Lager reichen von den grölenden Fussballfans aus den Fankurven deutscher Stadien bis hin zu den intellektuellen Vertretern des Bildungsbürgertums bzw. der deutschen Intelligenzia , welcher selber erkennt, dass ihre Begeisterung für diesen Sport eher infantiler Natur ist als rationelles Verhalten eines erwachsenen Individuums. Die Euphorie bringt diese Schicht wohl selber zum Schmunzeln. Doch sogar das linksradikale, tendenziell deutschlandfeindliche Lager partizipiert an dem Spektakel, obwohl es ihm weniger um das Anfeuern einer teilnehmenden Truppe dabei geht. Es analysiert die Weltmeisterschaft der Herren allgemein als ein Moment, welcher nationalistisches und sexistisches Gedankengut in negativster Weise produziert und schließlich zu Ausbrüchen rechtsextremer Gewalt führen kann, wie die Gruppe „Autonome Antifa Weilheim“1 mit der „Deutschland? Platzverweis!“-Kampagne2.
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Stellungnahme der Antifa Horgau zur Löschung ihres Videos auf Youtube

Das Video „Der Tod ist ein Meister aus Deutschland“, welches die Antifa Horgau zu Zwecken der Mobilisierung zu Gegenprotesten im Rahmen des letzten Naziaufmarsches in Augsburg erstellte, wurde durch YouTube selber gelöscht, wie wir bereits in Form eine Email am 26.11.2009 erfuhren.Eine Schilderung näherer Umstände der Löschung gab uns das Unternehmen nicht an, geschweige denn eine genauere Begründung. Das Schreiben glänzte durch seine Kürze, es handelt sich vermutlich auch um ein vorgefertigtes Standardformular, aber man erwartet auch gar nicht mehr.
Lest es am besten selber. Die üblichen Begrüßungsfloskeln, haben wir rausgekürzt:

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Uni Augsburg brennt – Demo am Freitag!!!

Am Dienstag, dem 17.11.2009 besetzten rund 500 StudentInnen den HS 1 der Universität Augsburg und halten ihn bis dato unter ihrer Kontrolle. Der Besetzung voran ging eine Schülerdemonstration mit über 1000 TeilnehmeInnen, die im Rahmen des „Bundesweiten Bildungsstreiks“ gegen das gegenwärtige Schulsystem protestierten. Die Studentenschaft, unter der sich auch einige SchülerInnen befinden, scheint äußerst organisiert zu sein und dürfte in der Lage sein, die Besetzung noch einige Zeit aufrecht zu erhalten. Gedultet ist diese von Seiten der Unileitung bis Freitag; ein Nachgeben der BesetzerInnen dürfte jedoch auf unbestimmte Zeit nicht abzusehen sein. (mehr…)

Zur naßen, kalten Jahreszeit

Sobald die erste Schneeflocke fällt und sich das Thermometer in ungemütliche Tiefen bewegt, wird man nicht umhin kommen ein seltsames Phänomen zu beobachten. In den kalten Monaten des Jahres sprießt das sog. „Palituch“ in mannigfacher Zahl aus dem Boden und bevölkert nunmehr die deutschen Einkaufsstraßen und Schulhöfe. Dieses Kleidungsstück, das sicherlich einige praktische Vorteile in Sachen Kälteschutz für sich beanspruchen kann, scheint zudem noch das ultimative Accessoire zu sein, da jedermann/frau sich damit stilsicher in modischen Sphären bewegt. (mehr…)

Partyspaß mit Guttenberg

Wenn es morgen nach den musikalischen Fähigkeiten der Parteien ginge, würde sich die als alt und staubig verschriene CSU mit ihrem adeligen Diskjockey wohl an die Spitze katapultieren. Wer sonst als der „KrisenbewälTiger“ mit seiner jugendlichen Frische könnte die Spieltische des Casinokapitalismus umwerfen und das mittelständische deutsche Unternehmen wieder auf den Pfad des „ehrbaren Kaufmannes“ bringen? (mehr…)

Letters to the President

Die Dokumentation „Letters to the President“, die im Rahmen der Augsburger Filmtage vorgeführt wurde, gewährt einen Einblick in die innenpolitische Wirkung Mahmud Ahmadinedschads und bestätigt nahezu alle Vorbehalte über den Gottesstaat Iran, die wir davor schon festgehalten haben.
70 Minuten lang begleitet der tschechische Regisseur Petr Lom den Präsidenten, wie dieser im ganzen Land herumreist und sich als verständnisvoller Zuhörer und iranischer Patron präsentiert. (mehr…)

Judenhasser und Krawall

Ein subjektiver Erfahrungsbericht:

Die angekündigte Demonstration gegen einen Naziaufmarsch am 1. Mai in Ulm klang vorab nicht wirklich verlockend. Warum sollte mensch sich auch in der beschaulichen Donaustadt dem gewöhnlichen Trott des antifaschistischen Kampfes widmen, während in Kreuzberg oder Nürnberg zu „revolutionären“ Protesten aufgerufen wird und die Autos brennen.
Im Nachhinein stellt sich jedoch heraus, dass die Demonstration, die sich anfänglich tatsächlich nur auf die Naziaktivitäten beschränkte, erheiternder war als gedacht und dazu noch einige interessante Erfahrungen mit sich brachte. (mehr…)

Wir haben nichts getan

Irans Präsident Ahmadinedschad ist ja für seine rhetorischen Eskapaden weitreichend bekannt. So forderte er 2005 auf der „Welt ohne Zionismus“ Konferenz, Israel „in Blut“ zu tauchen und kündigte an, dass das Land mit einem „Brandmal“ ausgelöscht werden wird1 (der dezenter Hinweis auf Irans Atomprogramm ist in diesem Zusammenhang bestimmt bemerkenswert). Auch fragte er sich, warum die Juden nicht „nach Alaska“ angesiedelt werden2, da ein erfrischendes Bad im Yukon sicherlich der unerträglichen Hitze Tel Avivs vorzuziehen ist.
In einem kürzlich geführten Interview des Spiegels schlägt der Staatschef jedoch ganz andere Töne an und gesteht sogar, dass er „die Deutschen liebe“ (was einige Akteure bei Siemens und Co. sicherlich erfreuen wird). Auszüge des Gesprächs werden hier nun aufgeführt. (mehr…)

Machtspielchen

Ungeheuerliches tritt unmittelbar nach der als voller Erfolg geltender Afghanistan-Konferenz von Den Haag zu Tage. Wie der Spiegel berichtet, unterzeichnete der afghanische Präsident Hamid Karzai schon einige Zeit vor dem Treffen ein Gesetz, das sowohl das gesamte westliche Engagement in dem Land, aber auch jegliche humanitäre Bestrebungen und damit auch vermeintliche Errungenschaften in Sachen Menschenrechte ad absurdum führt. (mehr…)

Unser Deutschland

„Dies ist unser Deutschland, dies ist euer Deutschland; dis is wo ich herkomm!“ – Was wie eine neue Werbekampagne der Bundesregierung für die Stärkung des deutschen Nationalbewusstseins klingt, ist dem neuen Song des ehemalig linksliberalen Rapper Samy Deluxe entnommen. Nach Jahren des ewigen Nörgelns und hemmungslosen Mariannakonsums legt der Künstler nun offenbar sein rebellisches Image ab und präsentiert uns ein neues, geläutertes Wesen, das sich endlich auf seine Wurzeln zu besinnen scheint und, ganz dem Herkunftsland verpflichtet, feststellt, dass „Deutschland schon ganz in Ordnung“ ist. (mehr…)

Eine islamische Republik wird 30! reloaded

Stop Ahmadinejad and the Mullah Regime Stop Ahmadinejad and the Mullah Regime
Den Geburtstag des Mullahregimes nahmen wir zum Anlass, um unsere Kritik am Iran vor allem der aktuellen Situation zu erneuern.
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Der Tod ist ein Meister aus Deutschland

Infoflyer der anifahorgau zur geschichsrevisionistischen Demonstration am 28.02.09:

Alle Jahre wieder jähren sich die alliierten Bombenangriffe auf Augsburg, und wie jedes Jahr wird unterschiedlich mit dem Ereignis umgegangen.
Zu allererst gilt es festzuhalten, dass die Bombardierung des Industriestandorts Augsburg ohne jeden Zweifel gerechtfertigt war und keiner Diskussion bedarf. Die Stadt galt mit den Waffenschmieden Messerschmitt (Luftwaffe) und MAN (Panzer, Militärfahrzeuge, Flotte) als kriegswichtige Produktionsstätte, tausende Häftlinge aus dem KZ Dachau mussten hier unter unmenschlichen Bedingungen für die deutsche Kriegsmaschinerie ihren Arbeitsdienst ableisten. Diese Situation stellte ein immens wichtiges strategisches Ziel für die alliierten Befreiungspläne, die sowohl den deutschen Terror an der Ostfront, als auch den systematischen Massenmord beenden konnten, dar. (mehr…)

Operation Straffreiheit

Im Rahmen der Debatte um die Schuldfrage in Bezug auf den aktuellen, inzwischen beendeten Gazakonflikt, besorgte ich mir tatsächlich eine „Junge Welt“. Der Umstand, dass die „Junge Welt“ das „Kampfblatt der Antiimperialisten ist und deshalb einseitig für Palästina, die Hamas, aber gegen Israel Position bezieht, dürfte niemanden groß überraschen. In den letzten Jahren gab es viele Aktionen, um den israelischen Imperialismus im Nahen Osten zu stoppen, wie mehrere Boykottaufrufe für israelische Produkte, die natürlich aus „völkerrechtswidrig“ Besetzen Gebieten enstammen.
In der besagten „Jungen Welt“, welche ich mir besorgte, die „Sonnabend („Junge Welt“ -Slang)/Sonntagsausgabe, ging jedoch eindeutig zu weit mit ihrer antizionistischen Hetze, der Artikel „Operation Straffreiheit“, des urugayischen Autors, Eduardo Galeano, der auch auf
blog.taz.de erschienen ist, grenzt eindeutig an Antisemitismus.
Alle kursiven Zitate, die im weiteren Artikel erscheinen, sind aus dem besagten Artikel entnommen.

Der Artikel beginnt mit einer unreflektierten Darstellung der palästinensischen Situation in Israel.
„Seit 1948 sind die Palästinenser zu einer lebenslangen würdelosen Unterwerfung verurteilt. Nicht einmal atmen dürfen sie ohne Genehmigung. Sie haben ihre Heimat verloren, ihr Land, ihr Wasser, ihre Freiheit, ihr alles.

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Argumente gegens Feiern

Zur Kritik am Kult der Meister-, der zugleich ein Kult der Herrschaft ist.

Egal, wie das heutige Spiel Deutschland gegen Österreich ausgehen mag: dieses Jahr hat der kollektive Wahnsinn anlässlich eines sportlichen Großereignisses offensichtlich eine neue Qualität erreicht. War es bei der WM 2006 noch so, dass die „Party-Stimmung“ teilweise recht zögerlich anlief, so waren diesmal bereits Wochen vor der EM die ersten Fähnchen zu sehen. Auch die kommerzielle Vermarktung scheint ausgeklügelter zu sein: diverse Märkte bedenken ihre Kunden mit Rabatten, wenn Deutschland ein Tor schießt, und selbst noch auf Zigarettenpackungen glänzt die deutsche Trikolore. Das alltägliche Gespräch ist ebenfalls absolut fußballdominiert: statt übers Wetter redet man, wenn man nichts Besseres weiß, einfach über die letzten Spielergebnisse. Dennoch habe ich zumindest nicht das Gefühl, dass sich der Party-Sommer wirklich wiederholen wird. Wahrscheinlich bemüht man sich einfach zu sehr, ihn zu wiederholen, als dass es funktionieren könnte. Und außerdem ist die „WM 2006“ ohnehin eher ein von interessierten Kreisen kreierter Mythos, der wenig mit der Realität der meisten Menschen zu tun hat. Wie bei einem belanglosen Familienfest, von dem man noch nach Jahren berichtet, obwohl es ein Viertel der Besucher zum Kotzen und ein Drittel langweilig fand.


Die Wut darüber, dass man in der prallen Sonne neben nach Schweiß stinkenden Idioten stehen „muss“, die man nicht zeigen geschweige denn fühlen darf, entlädt sich projektiv am Schiedsrichter.

Das Gefühl, dass die Leute anlässlich der EM, aber auch schon zur WM 2006, permanent mit einem Mythos von ihrem eigenen Verhalten, der dann wiederum in mythischer Form zur Wirklichkeit wird, konfrontiert werden, verwiese zumindest darauf, dass das ganze Spektakel eine ziemliche Inszenierung ist, in der noch jeder, der auch nur im Smalltalk das schlechte Spiel der Deutschen im letzten Spiel erwähnt, seine Rolle spielt. Wenn dem so ist, dann würde die in der Linken übliche Kritik am Nationalismus des fahnenschwenkenden Mobs am Wesenskern der Sache meilenweit vorbeischrammen – denn das ginge es nicht nur darum, dass sich Staatsbürger in entpolitisierter Form für ihren Staat begeistern, sondern vielmehr darum, dass in solchen Trends die Selbstentfremdung* der Menschen, ohne dass sie sich, aus wiederum der Sache selbst immanenten* Gründen, dessen auch nur für einen Moment bewusst würden, zur Perfektion getrieben wird.

Vom Nationalismus der alten Form ist der neue, wenn er denn überhaupt so massenhaft auftritt, wie oft behauptet wird (in Wahrheit haben höchstens 10% der Menschen eine Deutschlandflagge an Fahrzeug oder Haus), schon allein wegen dieser entpolitisierten Form wesentlich unterschieden. Gleichzeitig geht es in ihm bereits auf sprachlicher Ebene, wenn z.B. permanent nicht von „der deutschen“ sondern „unserer“ Mannschaft die Rede ist, durchaus nicht nur um Fußball, sondern in der Tat um die Konstruktion eines Kollektivs, dass mit anderen Kollektiven in Konkurrenz tritt. In diesem ganzen Diskurs wird zwischen einzelnen Individuen und Kollektiven eben überhaupt kein Unterschied gemacht. Nicht die polnische Nationalmannschaft, sondern „die Polen“ stehen auf dem Platz. Indem das vereinzelte Individuum, der Fan „seiner“ Mannschaft, so an dieser virtuell direkt partizipiert, wird gerade dessen Vereinzelung virtuell aufgehoben und sein objektiv dummes Handeln – Geld für Fan-Accessoires, die er nur alle paar Jahre benutzen kann z.B. – eine virtuelle Rationalität und Sinnhaftigkeit verliehen. Dabei kann man ruhig von der WM abstrahieren – eigentlich funktioniert die gesamte Massensportkultur nach diesem ans Mittelalter erinnernden Mystifizierung des individuellen Handelns bzw. eigentlich fußt ein guter Teil des gewöhnlich bürgerlichen Alltagsbewusstsein und –handelns auf derartigen Halluzinationen. Etwa wenn in der „Du bist Deutschland“-Kampange der Einzelne mit einem Schmetterling, der einen Wirbelsturm auslöst, verglichen wird. Um es auf den Punkt zu bringen: jemand, der etwa einbildet, Kontakt mit höheren Mächten zu haben, die zu ihm sprechen und eine Mission verleihen (z.B., jemanden umzubringen), wird in dieser Gesellschaft höchstwahrscheinlich in der Psychiatrie gesteckt und mit Beruhigungsmitteln voll gepumpt. Sich einzubilden, von seinen Anfeuerungsrufen vor dem Fernseher hinge der Erfolg von 11 Fußballern ab, gilt hingegen als normales und gar wünschenswertes Verhalten. (mehr…)

Zur Psychologie des Patriotismus

Wenn man selbst grau ist, hat man es wohl nötig, sich mit den Farben eines Kollektivs zu schmücken. Naja, wenigstens ist der Blick selbstbewusst stur gen Zukunft gerichtet, zur Sonne, zur Freiheit.




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