Archiv für März 2009

Unser Deutschland

„Dies ist unser Deutschland, dies ist euer Deutschland; dis is wo ich herkomm!“ – Was wie eine neue Werbekampagne der Bundesregierung für die Stärkung des deutschen Nationalbewusstseins klingt, ist dem neuen Song des ehemalig linksliberalen Rapper Samy Deluxe entnommen. Nach Jahren des ewigen Nörgelns und hemmungslosen Mariannakonsums legt der Künstler nun offenbar sein rebellisches Image ab und präsentiert uns ein neues, geläutertes Wesen, das sich endlich auf seine Wurzeln zu besinnen scheint und, ganz dem Herkunftsland verpflichtet, feststellt, dass „Deutschland schon ganz in Ordnung“ ist. (mehr…)

Illegales Brot

Da wünscht mensch sich doch gleich ein wenig mehr Menschenrecht und Gleichberechtigung in den Nahen Osten. Wie die Jungle World berichtet, wurde in Saudi-Arabien die 75jährige Greisin Khamsa Sawadi zu 40 Peitschenhieben, vier Monaten Gefängnis und (da sind sich die theokratischen Monarchien mit den westlichen Demokratien einmal einig) zur anschließenden Abschiebung verurteilt, da die Frau aus Syrien stammt. Obwohl die Arme wirklich alles daran gesetzt hat, sowohl dem göttlichen als auch dem weltlichen Strafgericht zu entkommen und die Sharia strikt einzuhalten versuchte, scheiterte sie an der Komplexität ihrer gesetzlich vorgeschriebenen Unmündigkeit. Da ihr Ehemann verstorben ist und sich die arabische Frau in diesem Staat ohne Mann nicht auf der Straße zeigen darf, beauftragte sie zwei Männer, ihr Brot zu besorgen… dummerweise sahen hier die Gottesrichter den Tatbestand der „illegalen Vermischung“ der Geschlechter.

Rote Karte gegen Rechts

Die Demonstration gegen den Naziaufmarsch am 28.02.09 hat wieder einmal unter Beweis gestellt, dass an derartigen „Events“ unter dem Großteil der Gegendemonstranten kaum emanzipatorische Kritik vorhanden ist.
An Aufmärschen der „Ewiggestrigen“ bekommt der gemeine Bürger sporadisch die Möglichkeit, seine Pflicht an der Demokratie zu erfüllen und ein paar Stunden in einem „Aufstand der Anständigen“ Flagge gegen vermeintliche Staatsfeinde zu zeigen. Somit wird wahlweise diversen Gegenveranstaltungen ein Besuch abgestattet, um in „Friede, Freude, Eierkuchen“ – Manier einmal im Jahr die sonst eher verpönte multikulturelle Vielfalt zu zelebrieren bzw. mit lockeren Samba-Rhythmen und alternativ anmutenden Showeinlagen das „Nazigewäsch“ zu übertönen. Der etwas wagemutigere und radikalere Mensch erwägt vielleicht sogar die Möglichkeit, seine demokratischen Mittel auszuschöpfen und aktiv an einer Gegendemonstration teilzunehmen. (mehr…)




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