Eine islamische Republik wird 30! reloaded

Stop Ahmadinejad and the Mullah Regime Stop Ahmadinejad and the Mullah Regime
Den Geburtstag des Mullahregimes nahmen wir zum Anlass, um unsere Kritik am Iran vor allem der aktuellen Situation zu erneuern.
Vor 30 Jahren, am 11. Februar 1979 endete die Herrschaft des Schahs Resa Pahlevi, bereits am 1. April wurde per Referendum die islamische Republik proklamiert, woraus eine Hinrichtungswelle und eine Massenflucht aus dem Iran stattfand. 1
Noch heute wird die Todesstrafe für Vergewaltigung, Mord, aber auch für Drogenhandel und Gotteslästerung (vermehrt auch bei Jugendlichen) praktiziert, Reformkräfte werden massiv unterdrückt. Homosexualität ist in der Scharia, das (aus dem Koran abgeleitete) Hauptgesetzwerk des Iran, ein schlimmes Verbrechen. Auch wenn dafür offiziell nie die Todesstrafe angewendet wurde, ist das System dennoch extrem homophob. 2 Ebenso nimmt die Stellung der Baha‘i, Mitglieder einer humanitärere Version des Islam, immer erschreckendere Züge an.
Kandidieren für das Amt des Presidenten ist nur mit Erlaubnis des Wächterrats möglich, der die KandidatInnen vor der Wahl genauestens überprüft. 2001 wurden von 814 AnwärterInnen zehn zugelassen, Frauen haben eigentlich kaum eine Chance auf eine Kandidatur. Der Rat setzt sich aus jeweils sechs Mullahs und Juristen zusammen, die Letzteren werden auf Vorschlag des Ajatollah vom Parlament gewählt, der ein umfassendes Vetorecht besitzen. Die iranische „Demokratie“ ist somit eine einzige Farce, wobei das kaum noch überrascht.

Mit Ahmadinedschad ist ein Holocaustleugner der Extraklasse Regierungschef des Staates. Neben politischen und geistigen Führern wie Ayatollah Khamenei („Es gibt nur eine Lösung für das Nahost-Problem: die Vernichtung und Zerstörung des jüdischen Staates.“), sein Vorgänger, der Revolutionsführer Khomeini („(…) bekämpfen wir ebenso wie die Weltverschlinger im Westen, (…) sowie den Zionismus und Israel.“) und Expräsident Rafsanjani, der erklärte, dass „schon der Einsatz einer einzigen Atombombe im Inneren Israels […] alles vernichten [wird]“, reiht sich der jetzige Präsident nahtlos in die neuere Tradition des iranischen Antizionismus und dem darin immanenten Antisemitismus ein.
Ein Beispiel für Ahmadinedschads Hass auf den jüdischen Staat, hier vor der UN-Generalversammlung, zeigt, dass das Mullahregime auch auf internationalem Parkett von seinen inakzeptablen Positionen nicht abrückt:

Auf der hauseigenen Versammlung „Die Welt ohne Zionismus“ in Teheran 2005 droht er Israel ganz unverholen:
„Die islamische Welt wird ihren historischen Feind nicht in ihrer Mitte leben lassen. Wir werden Israel in ein Blutbad tauchen! Ein Brandmal wird sie auslöschen.“ Der Zusammenhang zwischen Bombe (der Iran reichert seit geraumer Zeit waffenfähiges Uran an) und Brandmal ist eindeutig.

Dass der eliminatorische Antisemitismus nicht nur bloßes Staatsgebare ist, sondern der Hass ganz gezielt in die Gesellschaft hineingetragen wird, zeigt die erschreckende Indoktrination, die auf die iranische Jugend angewand wird. Der Iraner bekommt einen totalen Feind propagiert, den zu Bekämpfen mit höchster Ehre und himmlischer Erfüllung honoriert wird.
Das folgende Video zeigt, dass auch die jüngsten Glieder der iranischen Bevölkerung mit perversesten Hasstiraden, die genauso gut der nationalsozialistischen Wochenschau entnommen sein könnten, zu künftigen Dschihadisten herangezogen werden.

Es darf nicht gemeint werden, dass Iran mit einer atomaren Bewaffnung die Bombe schlichtweg als Druckmittel oder Joker in der Hinterhand benutzen wird, vielmehr besteht eine ganz konkrete Bedrohung, vorallem für den Staat Israel. Das iranische Regime kann nicht mit rein rationalen Maßstäben bemessen werden, da die theokratische Staatsdoktrin hauptsächlich durch eine strikt religiöse Weltauffassung und, in Hinblick auf die Beziehung mit der westlichen Welt und ganz besonders Israel, ein „apokalyptisches Märtyrertum“3 geprägt ist (perfide Anekdote der realpolitischen Umsetzung von fragwürdigen Glaubensinhalten: als Ahmadinedschad noch Bürgermeister von Teheran war, ließ er, im Glauben an die Wiederkehr des 12. Imams, eine ganze Autobahn in der Stadt errichten, um dem Messias seiner Glaubensrichtung einen ordentlichen Empfang zu bereiten. Bis heute wartet man vergeblich auf sein Niederkunft und bis heute darf niemand die Autobahn befahren).
Den Kern dieses Denkens liefert uns wieder einmal Expräsident Rafsanjani, der, in Hinblick einer möglichen atomaren Antwort Israels auf einenen iranischen Präventivschlag bekundet: „Auch wenn dies (eventuelle Vergeltung, Anm. d. Autors) der islamischen Welt Schaden zufügen wird, ist es nicht widersinnig, so eine Möglichkeit in Betracht zu ziehen.“
Hier kommt der Kerngedanke des neueren politischen Islam, der eben vorallem im Iran zu Tage tritt, zum Vorschein. Der eigene Nationalstaat, und damit auch das Wohlergehen der eigenen Bevökerung, wird aufgegeben, dafür rückt die Ummah, die weltweite islamische Gemeinschaft, in den Vordergrund. Der mögliche Verteidigungsschlag und damit das sehr wahrscheinliche Leiden der Iraner wird billigend in Kauf genommen, um dem globalen Islam einen Sieg gegen den „imperialistischen Westen“ zu beschere. Im Krieg gegen den Irak wurde der praktizierte Märtyrerwille offenbart, als zehntausenden Jungen ein Plastikschlüssel, der das Tor zum Paradies und den willigen Jungfrauen öffnen sollte, in die Hand gedrückt wurde und als lebendige Minenentschärfer aufs Schlachtfeld geschickt werden sollten.
Dies also, die Bereitschaft zum absoluten Dschihad, stellt ein vehemente Bedrohung v.a. Israels dar und darf in keinster Weise toleriert weden.

Abschließend bleibt zu Hoffen, dass die demokratischen bzw. sozialen Bewegungen im Iran mittelfristig das eigene Regime stürzen und eine Demokratie, wenn nicht sogar den Communismus einführen!
Wir wünschen dem Präsidenten, dem Ayatollah und all seinen klerikalen und politischen Anhängern alles Schlechte!

PS:
In einer kuriosen Rede wandte Ahmadinedschad sich auch an die deutsche und österreichische Bevölkerung in geschichtsrevisionistischer Weise, weshalb die Rede wohl auch auf deutsch übersetzt wurde und auf zahlreichen AN-Blogs zu sehen ist.

Um diese Rede exakt zu analysieren bräuchte man eigentlich noch einen eignen Artikel. Die wichtigsten Punkte sind die Leugnung der alleinigen Kriegsschuld Deutschlands, die Hinterfragung des Holocaust und Freispruch unserer, der aktuellen deutschen Generation, dass wir als Antifa-Gruppe gegen das Vergessen agieren und unser Ziel ist „[Unser] Denken und Handeln so einzurichten, daß Auschwitz nicht sich wiederhole, nichts Ähnliches geschehe.“ (Theodor W. Adorno).
Die „Problematik“ mit den Denkmälern sprachen wir bereits auf der Antifa Horgau Seite an. Sie haben sich ein Denkmal gebaut.

Hier sind noch einige Links zu Mullahregime kritischen Blogs:

-http://www.stopahmadinejad.com
-alischirasi.blogsport.de

  1. Genaueres über die Revolution und ihre Folgen auf die Bewohner des damaligen Irans schreibt die TAZ
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  2. Neben vielen Qullen habe ich den Bericht von amnesty international ausgewählt. [zurück]
  3. 3 [zurück]

5 Antworten auf “Eine islamische Republik wird 30! reloaded”


  1. 1 andrej 24. Februar 2009 um 16:59 Uhr

    Auch wenn es vielleicht manchen verwundert, aber in meiner einstellung zu den machthabern in theran stehe ich euch sehr nahe. Auch ich lehne das regime ab. Das problem ist nur, dass euer text einfach nur schlecht ist. Er erwähnt weder die sozialen spannungen, die im iran vorherrschen, noch die problematik von ethnischen oder religiösen minderheiten (zum kurdenproblem im iran bin ich zwar schlecht belesen, aber dass es ihnen da nicht gut geht, weis ich). für muslimische sektengemeinschaften und andere nichtislamische glaubensgemeinschaften ist das leben und wirken dort auch kein zuckerschlecken.
    Der wichtigste punkt jedoch, weswegen das iranische regime abzulehnen ist (und welches ihr einfach nur ignorierts) ist seine manische arbeiterfeindlichkeit und unterdrückung von arbeiterkämpfen. Hierzu ein gutes beispiel wie es im iran abgeht:

    „02.09.08 – Iran: Stahlarbeiter blockieren Highway

    500 Stahlarbeiter des Blech- und Rohrwalzwerks der Firma ARPCO blockierten am Samstag den Highway Ahwaz – Khoramshar in der südwestlichen iranischen Provinz Khuzestan. Dabei wurden sie von staatlichen Polizeitruppen des Mullah-Regimes angegriffen und geschlagen. Es war der zweite Streik in diesem Sommer für die Auszahlung ihrer seit sechs Monaten ausstehenden Löhne.“

    Den Klassenkampfaspekt, und dass es im iran außer homosexuellen noch viele andere unterdrückte/sozial benachteiligte gruppen gibt blendets ihr total aus. Stattdessen beschränkts ihr euch auf eine argumentation, welche genauso gut bei n-tv oder faz-interview mit angela merkel hätte veröffentlicht werden können. Eure hauptaussagen sind: mangelnde demokratie im westlichen sinne, antiwestliche außenpolitik samt kriegsdrohungen, der islam als mörderische religion. Die mangelnde demokratie kann noch als ein ernstzunehmendes argument begriffen werden, den deutsche politische verhältnisse sind allemahl besser als iranische. Das zweite argument ist völlig inhaltslos. Es sagt soviel aus wie „achmadinedschad ist schlecht weil was gegen die und die hat und sie vernichten will“. nun, gegen wen er was hat, wird schon gesagt, aber die schuld/unschuld desjehnigen nicht klar herausgearbeitet. Ein kleiner satz wie: „90% der israelis wollen doch nur irgentwo in frieden leben“ hätte da schon enorme abhilfe geleistet. Ich habe auch was gegen viele leute, aber bin ich deshalb böse? In diesem argument wird recht schnell auf die atombombe umgesattelt. Das erfasst das problem nur ansatzweise. Der dahinterstehende militarismus, angewandt um von iranischen sozialen problemen im inneren abzulenken, wird nicht mal im geringsten angekratzt. Zum schluss kommt ein bisschen antiislam hetzte. Dass man menschen als märtyrer ausnutzt ist zwar scheise, aber keine rein islamische erscheinung. Man betrachte nur die opfer aus dem world-trade-center, die seit 2001 für jeden krieg/ jede kriegsvorbereitung amerikas und jede innerpolitische verschärfung als propagandagrundlage hergenommmen werden.

    Andrej
    (dies ist meine PRIVATmeinung und entspricht nicht der sdaj-ansichten)

  2. 2 h. apfel 24. Februar 2009 um 19:46 Uhr

    ich dachte dieser moment, in dem ich das hier schreiben kann, wird nie kommen aber..
    recht habts!
    ausländer raus! – gegen islam und kapita, für volksgemeinschaft und nationalen sozialismus! querfront aufbauen!

    sozialistische grüße vom nationalen wiederstand

    @andrej
    du vaterlandsverräter, öffne endlich deine augen!

  3. 3 Bärbel 25. Februar 2009 um 12:34 Uhr

    Erstmal finde ich deine Problemanalyse bermerkenswert, das mag schon sein. Und ja, es überascht mich tatsächlich, dass du einen Staat, der sich mit Palästina solidarisiert oder auch mit den „sozialistischen“ Staaten Südamerikas, nicht gut findest.

    Auch wenn wir die Unterdrückung und Diskriminierung religiöser, nationaler Minderheiten oder die sozialen Spannungen im Artikel nur kurz berühren, so wird doch in den verlinkten Blogs und den Links in den Fußnoten darauf eingegangen. Der Iran ist ein gewaltiges Thema, wir haben andere Schwerpunkte gesetzt, wie eben den staatlichen Antisemitismus, die fehlende Demokratie und den Staatschef Ahdmadenijad, der der deutsche Verbrechen relativiert und den Holocaust leugnet.

    Arbeiterkämpfe halte ich allerdings für einen schwachen Kritikpunkt, wenn es spezial um eine Kritik des Irans geht, da dies ein globales Dings ist. „Klassenkampf“ (wie du es nennen würdest) herrscht doch überall, in der westlichen Demokratie genauso wie im theokratischen Staat. Staatlicher Antisemitsmus in dieser krassen Form hingegen ist sogar in unserer Zeit die Ausnahme.
    Na dann haben wir eben FAZ-Niveau, ist doch eh alles „reaktionäre Besatzerpresse“ ^^. Ich verstehe aber nicht, was du genau an unserer Kritik am Antisemitismus im Iran kritisierst, hätten wir etwa schreiben sollen „der iranische Antisemitismus ist sicher begründet durch israelischen Imperialismus im Nahen Osten, aber dennoch stark übertrieben…“; das wäre doch ad absurdum führen.
    Ich denke, dass der Text eine grobe Kritik am iranischen System bietet, mehr nicht; wer sich über die sozialen Probleme genauer informieren will, soll auf die unten angegebenen Blogs gehen.

    @h.apfel
    Is scho recht….

  4. 4 Thälmann 01. März 2009 um 19:10 Uhr

    Heyho!
    Interesannte Dikussion muss ich schon sagen!
    @Bärbel:
    Also wenn der Text nur eine Grobe Kritik am Iran bitenen soll und nicht mehr, dann muss man und da hat andrej vollkommen recht nicht nur auf antisemitismus, mangelnde Demokratie oder Homophobie hinweisen. Denn das ist wirklich FAZ Niveau, dh bürgerliche, keineswegs linke und erst recht nicht eine marxistische Kritik.
    Ich denke wir haen alle einmal Marx und das Kommunistische Manifest gelesen ud damit auch den Satz:“Alle bisherige Geschichte war eine Geschichte von Klassenkämpfen.“ Das traf nicht nur 1848 sondern das trifft auch noch heute zu. Staaten sind im laufe dr Geschichte, also im Laufe von Klassenkämpfen entstandenudn untergegangen, wenn wir sie kritisieren wollen müssen wir und die klassenkämpfe anschauen und nicht nur deren Produkt!

    @ Andrej: das ist nicht nur deine privatmeinung^^

    Mit kommunistischen Grüßen
    Thälmann

  5. 5 Bärbel 02. März 2009 um 0:59 Uhr

    Der Hauptaspekt unserer Kritik, den wir mit dem vorliegenden Text artikulieren wollten, ist schlicht und einfach das absolut theokratische System, dass sich seit der Revolution im Iran etabliert hat. Erst die ultraortodoxe Auslegung der Sharia führt zu solchen Exzessen, wie wir sie im Text geschildert haben; darunter fällt in diesem besonderen Fall des politischen Islam auch der extreme Antisemitismus.
    Die massive Unterdrückung der Arbeiterklasse ist selbstversändlich, da so etwas wie „antikommunistische Gedanken“ ein wesentliches Element im islamischen bzw. islamistischen Verständnis darstellen (vgl. z.B. Charta der Hamas). Deshalb muss das Augenmerk auf andere Auswüchse dieses Rechtsverständnis gelenkt werden, die (Anrej hat es oben schon erwähnt) durch eine Demokratisierung zu beheben wären. Es wäre sicherlich eine wünschenswerte Möglichkeit und wir berufen uns in dem Artikel ja geradezu darauf, dass soziale Bewegungen einen Umsturz herbeiführen.
    Die Geschichte Pakistans zeigt, dass Thälmann in seiner Analyse nicht ganz Unrecht hat: der derzeitige Kompromis zwischen Regierung und Islamisten resultiert nicht zuletzt aus einem jahrhundertelangen Machtkampf zwischen Mullahs und säkularen Stammesfürsten (Jungle-World)…

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