Archiv für September 2008

Gleichstellung Homosexueller?

Ein anscheinend authentischer Fall, gefunden in einem Webforum1:

Auch wenn wir uns hier alle beklatschen, hat das ganze einen ernsten Hintergrund. Ich bin gerade von einem meiner Freunde zurückgekommen und muss das mal loswerden. Ich möchte erzählen, um was es geht und daran zeigen wie wichtig die absolute Gleichstellung ist.
Der Freund ist verheiratet oder um es mit der Amtssprache zusagen, mit seinem Mann verpartnert. Sein Ehemann hat, nachdem er mal verheiratet war, ein Kind in die Beziehung mit eingebracht und beide kümmern sich um den Jungen. Die Mutter, des Kindes, hat bei der Scheidung auf das Sorgerecht verzichtet und ist seither nie wieder mit dem Kind in Kontakt getreten. Soweit, so gut und auch nicht ungewöhnlich. Jetzt wurde bei dem Kindsvater eine sehr schwere Krankheit festgestellt worden und es ist kein HIV. Jetzt kam er ins Krankenhaus und dort auf die Intensivstation. Mein Freund, also sein Mann und der Sohn, wollten ihn dort besuchen. Ich hatte also Zeit und bot beiden an, sie heute dorthin zu fahren. Ich muss dazu sagen, das ich die Beiden seit 12 Jahren kenne.
Wir fuhren also zum Krankenhaus und gingen zur ITS. An der Tür mussten wir uns anmelden und da passierte es. Die Schwester fragte uns, wer wir denn seien und das nur die engsten Familienangehörigen reinkämen. Das hatte ich mir gedacht, nur eben nicht so, wie es dann passierte. Der Sohn sagte also, wer er sei und das sein Vater dabei wäre. Die Schwester verstummte und kam dann an die Tür und fragte nach, ob sie sich „nur“ verhört hätte. Es wurde verneint und daraufhin erklärte sie uns, nur der leibliche Sohn könne zu seinem Vater und weiter niemand. Also wir dachten erst, wir hätten da was verpasst und fragten nochmal, nach dem Warum. Die Schwester holte also einen Arzt und dieser erklärte uns das so:

„Sie sind nicht die Ehefrau und nach dem Gesetz nicht verheiratet. Daher haben wir nicht die Pflicht, Sie als Familienangehörigen anzusehen.“

Mein Freund wurde bleich und sagte nur, er hätte gerne gewusst, ob man ihm wenigstens sagen könne, wie es seinem Mann ginge. Der Arzt verneinte das und bezog sich auf seine vorherige Antwort. Ich wäre fast geplatzt vor Wut und konnte mich gerade so zurückhalten. Der Arzt war eiskalt und abgebrüht und setzte noch eins obendrauf. Er sagte nämlich noch so nebenbei, selbst wenn der Patient verstorben wäre und der danach fragen würde, gäbe es keine Auskunft darüber. Das haute dem Fass den Boden aus und ich explodierte. Ich muss den Arzt wohl sehr heftig beschimpft haben, denn er ergriff die Flucht und die Schwester schaute mich etwas entsetzt an. Was ich gesagt habe, weiss ich wirklich nicht mehr, so außer mir war ich wohl.
Der Sohn, er ist 13, ging also ohne Begleitung seines Papas zu seinem Vater und war mehr als verstört, als er zurückkam. ER sagte nur, er hätte ihn gesehen, konnte aber nicht rein, da er schlief. Ich habe noch nie ein Kind so bitterlich weinen sehen wie heute und auch einen Mann, wie meinen Freund, habe ich noch nie so weinen sehen. Wir sind dann zurück nach Hause gefahren und ich habe eine sehr enge Freundin angerufen und sie kam vorbei. Als der Junge ihr erzählte was passiert ist, da sagte sie das wäre nicht passiert, wenn er die Ehefrau gewesen wäre.
Der Freund will jetzt gegen den Arzt eine Beschwerde einreichen, ob das was bringt wissen wir nicht.
Die ganze Sache hat mir nur wieder einmal gezeigt, das es keinen anderen Weg geben kann, als die totale Gleichstellung der Ehe. Wer sagt, das wäre verkehrt, der verkennt die wirkliche Situation.

So, ich werde versuchen zu schlafen, aber selbst nach mehreren Stunden Abstand bin ich stinkwütend.

  1. Für die Authentizität des Falls können wir uns nicht verbürgen, aber da die Klinik ja nicht namentlich genannt ist, halten wir die Veröffentlichung für unbedenklich. [zurück]



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