Archiv für April 2008

Neue Zahlen

Was in der persönlichen Erfahrung schon längst klar war, nämlich dass „sogar“ (naja) am Gymnasium immer mehr Jugendliche islam- und ausländerfeindlich eingestellt sind, wurde jetzt durch eine Studie bestätigt, nach der u.a. 1/3 der befragten Neuntklässler ausländerfeindlich sind und jeder 13. bekennt, schon einmal eine Straftat mit Rechtsextremen Hintergrund begangen zu haben. Von der fortschreitenden Verrohung der Gesellschaft zeugt auch ein Bericht der Innenministerkonferenz, auch wenn darin die These vertreten wird, dass die Hauptänderung darin besteht, dass heute häufiger als vor 10 Jahren die Polizei bei Konflikten verständigt wird. (mehr…)

Kapitalismusapologie auf intellektuell

Wer ernsthaft fundamtental antikapitalistische Positionen vertritt, wird häufig mit immer wieder denselben abgedroschenen Argumenten konfrontiert. Es ist daher hilfreich, sich einfach mal einen besonders prokapitalistischen Text herauszugreifen – wie mit dem Sack, auf den man draufhaut und immer den richtigen trifft halt.

Via dem Blog von Redsurfer bin ich auf den Text „Das Unbehagen im Kapitalismus“ von Christoph Keese, einem sich durch eine lange Liste von Publikationen empfehlenden Großapologeten liberaler Coleur, gestoßen.
Gehen wir Absatz für Absatz vor.

Im Moment seines größten Triumphes erlebt der westliche Kapitalismus seine größte Krise. Besonders in Deutschland schwankt der Boden unter den Säulen des Systems. Eine Mehrheit der Deutschen glaubt, unter Kapitalismus sei einzig die Ausbeutung der Vielen durch das Gewinnstreben einiger weniger zu verstehen. Unter diesen Schleier des Nichtwissens dringen die Einreden nicht vor. Kapitalismus ist nichts weiter als ein Steuer- und Regelkreis zur bestmöglichen Nutzung knapper Ressourcen. Eigentlich eine recht harmlose Sache.

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Zur Tibetfrage

Eine kleine materialistische Kritik am Nationalismus (nicht nur) der Tibeter findet sich auf dem Blog von Miss taken identity . Eigentlich kann man da nicht viel mehr zu sagen. Eine proletarische Revolution kann niemals eine nationale sein und nationale Revolutionen führen zu nichts anderem als einem neuen Staatsgründungsprojekt. Die tibetischen Proletarier tuen sich nicht mit den nicht-tibetischen zusammen, sondern wollen sie aus „ihrem“ Tibet weghaben. Gibt in Deutschland ja auch einige, die so denken.

Links=böse

Dies scheint tatsächlich die simple, aber wirkungsmächtige Gleichung zu sein, in der die Populisten von Grünen, FDP, SPD und Union und ihre Freunde in der Presse derzeit Politik machen. Nach Franziska Drohsel, der Juso-Vorsitzenden, die nicht in der „Roten Hilfe“ Mitglied sein durfte und Christel Wegner, der DKP-Abgeordneten, die sich hinter die DDR stellte, ist das neuste Opfer dieses sonderbaren Spießrutenlaufs die Hamburger-Linkspartei-Abgeordnete Christiane Schneider. Der Grund: anscheinend unanständige Aussagen über den Dalai Lama und seine Politik. Die verdächtigste Äußerung: „Die Weltgesellschaft hat in den letzten Jahrzehnten keine guten Erfahrungen mit Religionsführern gemacht, die sich als Repräsentanten gesellschaftlicher Opposition in die Politik gedrängt haben. Ich erinnere zum Beispiel an Chomeini.“ Sie sei also gegen eine „Vermischung von Politik und Religion“ und in ihrem Redemanuskript1 hieß es: „Mir persönlich ist die breite Verehrung für den Dalai Lama hierzulande immer unverständlich geblieben. Die Figur – ich rede hier nicht von der Person, sondern von der Rolle – des Dalai Lama verkörpert die Einheit von religiösem und politischem Oberhaupt. Sie symbolisiert damit die Vergottung von politischer Macht (wie früher der Kaiser von China, „Sohn des Himmels“) und damit etwas durch und durch Vor-Demokratisches.“

Da bezieht also mal eine von der Linkspartei eindeutig Stellung für die Demokratie und die Trennung von Staat und Religion, die ja hierzulande noch immer nicht ganz angekommen ist, und prompt sagt etwa SPD-Fraktionschef Michael Neumann: „Damit hat sie [Die Linke; AH] bewiesen, dass sie noch nicht in der Demokratie angekommen ist.“ (mehr…)




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