29.3.: Erneuter Naziaufmarsch in Augsburg

Trotzig wie sie sind, haben die Rechten am 29.3. schon wieder eine Demo angekündigt, diesmal unter dem ominösen Motto: „Gegen kriminelle Tendenzen – Perspektiven schaffen!“ Für den Ankündigungstext haben sie sich eine für diese Kreise recht ungewöhnliche Argumentationsstrategie ausgedacht: sie selbst seien die Opfer eines Ablenkungsmanöver der bürgerlichen Kräfte vor den wirklichen Problemen der Gesellschaft. Klar, Veranstalter sind Autonome Nationalisten, nicht DVU oder NPD. Auf der Seite der Unterstützergruppe „Sozialrevolutionäre Aktion Regensburg“ findet man in der Abteilung „Wissenswertes“ z.B. auch Texte über den Syndikalismus, sehr kritische Passagen gegen NPD und DVU und eine Analyse des Zionismus als „rassistische Ideologie“.

Die Neonazis haben im Übrigen garnicht mal so Unrecht mit ihrer Kritik. Klar: noch mehr als die radikale Linke stellen sie in den meisten Regionen Deutschlands ein ziemlich marginalisiertes Grüppchen dar, über das man auch genausogut schweigen könnte. Gerade mit irgendwelchen Ausländer-, Schwule- und Punkerverkloppenden Dorfnazis, die wohl eine reale Bedrohung darstellen, wollen die Herren „autonome“ Edelnationalisten wohl selbst wenig zu tun haben, wenn man ihren textlichen Verlautbarungen glauben schenken darf. Die erwähnten Regensburger zumindest betonen immer wieder ausdrücklich, dass sie „nationale und internationale Solidarität“ pflegen wollen und gegen fremde Kulturen an sich nichts haben. Im Gegenzug wird z.B. Israel und den USA Völkermord und Rassismus unterstellt.

Auch in antifaschistischen Kreisen wurde zu Recht erkannt, dass der staatliche Antifaschismus eine höchst affirmative Funktion besitzt. Doch dieses Urteil basiert auf ganz anderen Überlegungen als die der Neonazis. Die sagen in ihrem Aufruf im Grunde aus „So böse sind wir doch garnicht“ – und damit haben sie verdammt Recht. Denn unter den „wirklichen Problemen des Landes“ verstehen sie im Einklang mit Roland Koch und anderen rechten Protagonisten v.a. eines: Ausländerkriminalität. Der Demoaufruf ist gewissermaßen ein Angebot an die Bürger, sich doch die guten Bundeskameraden, die man in den Autonomen Nationalisten hat, nicht entgehen zu lassen und zu akzeptieren, dass diese doch eigentlich gewillt sind, konstruktive Verbesserungsvorschläge einzubringen. Natürlich wird dieses Angebot ausgeschlagen werden, doch nicht aufgrund grundsätzlicher Differenzen, sondern weil sich die Bürger an der reinen Form des Auftretens ihrer Möchtgernavantgarde stören. Der radikale, größtenteils von der Antifa kopierte, Style ist eben bloße Phrase – eine lächerliche Kostümierung. In der größtenteils dürftigen, widersprüchlichen und konsistenzlosen Theorien dieser Gruppierungen findet das seinen passenden Widerpart.

Wer nun gegen diesen seltsamen Haufen demonstrieren möchte, der kann das, obwohl es – wie sie ja selbst sagen – sicherlich wichtigere Dinge gibt, gerne tun.

Wann? 29. 3. 12:30 bis 13:00 Uhr

Wo? Bahnhof Augsburg/Oberhausen





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