Der Flyer

Zum ersten Mal hat es die Antifa Horgau gewagt, sich an die Horgauer Öffentlichkeit mit einem Flyer zu wenden. Er bildete den Gipfelpunkt unserer Kampagne gegen die Kommunalwahlen und ist in der Nacht vom 15. auf den 16. 2. an möglichst viele Haushalte in Horgau verteilt worden. Auf dem Cover war unser geliebter Bürgermeister in guter alter Stalin-Pose zu sehen. Der Text war folgender:

“Den Sozialismus in seinem Lauf halten weder Ochs noch Esel auf.“

Diese Worte Erich Honeckers waren kein Irrtum, sondern sind Realität geworden – in unserer Gemeinde. Bereits in den 80ern wurde zur Zeit des so genannten „Freiheitskampfes“ den Vertretern des Bürgervereins Maoismus vorgeworfen. Mit ihrer lokalpatriotischen Kulturrevolution haben sie Erfolg gehabt – 6/7 des Horgauer Gemeinderats werden von einer großen bürgerlichen Koalition besetzt, zu der sich eine Scheinopposition von Sozialromantikern und Froschfreunden gesellt. Die anstehenden Kommunalwahlen haben den Charakter der Wahlen zur Volkskammer in der DDR: einem vorgegebenen Verteilungsschlüssel kann man zustimmen oder ablehnen, an der Zusammensetzung dieses „Rates“ wird sich wenig ändern.
Schon allein die Bezeichnung „Rat“ weckt Erinnerungen. „Sowjet“ heißt auf Deutsch „Rat“, die Kommunisten wollten in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg eine „Räterepublik“ errichten. Horgau ist unter der Herrschaft des Bürgervereins und seiner Schwesterorganisationen zu einer Miniatursowjetunion geworden. Die Verbände von den Wander- und Schnupferfreunden über die Freiwillige Feuerwehr bis zur Kirche und dem FC Horgau sind gleichgeschaltet und mit Funktionären besetzt, das Gemeindeblatt wie der Rothtaler sind Propagandaorgane eines korrupten, auf Vetternwirtschaft basierenden Regimes, das sich mit Monumentalbauten wie der Rothtalhalle, den Feuerwehrhäusern und dem neuen Vereinsheim zu verewigen sucht. Sie rufen uns auf, uns für die Gemeinde doch gefälligst zu engagieren und nicht nur rumzumäkeln, doch dieses Engagement gleicht einem Eintritt in die FDJ, ohne den man es in der DDR wie in Horgau zu nichts bringen konnte und kann. Eine materielle Mauer braucht es nicht – doch umso deutlicher ist die immaterielle Mauer spürbar, die Horgau vom Rest der Welt abschneidet. Jahrhunderte der Aufklärung sind an Horgau spurlos vorbeigegangen, dies wird schon allein durch den Einfluss der Kirchen auf das Dorfleben, die uns mit ihrem penetranten Gebimmel nerven, ersichtlich. Die miserable Busverbindung, sowohl zu Augsburg als auch zu den Nachbargemeinden, tut ihr Übriges. Die „selbstverschuldete Unmündigkeit“ (Kant) lebt in Horgau wie in Bayern insgesamt fort.

Die anstehenden Wahlen sind eine gute Gelegenheit, dem Hafner-Regime einen Denkzettel zu verpassen und somit den Weg zu einer freiheitlichen Gesellschaft zu ebnen. Wahlen, die keine echte Opposition kennen, sind nicht demokratisch, sie sind oligarchisch und verdienen es nicht, Ernst genommen zu werden. Wer Hafner, Hörmann und die Maoisten verhindern will, geht am besten gar nicht erst hin oder schreibt ein Gedicht auf den Wahlzettel. Dieser kreative Akt würde mehr bringen, als seine Stimme denen zu geben, denen selbst die Musikschule zuviel Kultur und somit Geldverschwendung ist, die man nur erträgt, weil man glaubt, damit Jugendliche von asozialem Verhalten abhalten zu können. An die Stelle klassischer Musik tritt Blaskappelenmarsch und Bierzeltschlager. Jazz ist für den angestammten Horgauer ohnehin ein Fremdwort.

Alternativvorschläge für den Wahltag und weitere Texte von Interesse finden Sie auf unserer Website antifahorgau.blogsport.de.
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