Archiv für Oktober 2007

Religionskritik

Ohne die Kritik der Religion ist eine Kritik der Gesellschaft nicht möglich, erst recht nicht der dörflichen. Daher stellen wir auf unserer Seite das Manuskript eines Vortrags, der am 26.10. in der „Ganzen Bäckerei“ gehalten wurde online und hoffen, damit wenigstens ein paar Christen, Buddhisten etc. ins Grübeln zu bringen.
Der Ankündigungstext des Vortrags war:

Wer heute noch wirkliche Kritik an der Religion übt, wird bestenfalls belächelt, schlimmstenfalls als intolerant diffamiert, da Religion ja Privatsache sei und man niemands Gefühle verletzten dürfe. Kritik an der Religion scheint höchstens noch an ihren extremen, fundamentalistischen Formen berechtigt, wobei selbst diese noch in alltoleranter, „postmoderner“ Manier als notwendiges Übel zu ertragen seien, solange sie sich an die demokratischen Spielregeln des Staates halten. So wird der Bundesrepublik Deutschland von US-amerikanischen „Menschenrechtlern“ vorgeworfen, mit ihrer mit Sanktionen gekoppelten Kontrolle der Sekte Scientology das Recht des Menschen auf Glaubensfreiheit zu verletzen, während sich deutsche Linke gerne über die angeblich islamfeindliche Politik der US-Regierung echauffieren. Alles in allem also keine guten Aussichten für die, die Religion als affirmative Ideologie an sich ablehnen und diese Ablehnung noch dazu nicht nur als persönliche Meinung, sondern als wohlbegründeten Gedankengang mit allgemeingültigem Wahrheitsanspruch verkaufen wollen. Haben diese Leute Recht? Lässt sich die moderne, sich als tolerant und menschenfreundlich präsentierende, Religion überhaupt noch so kritisieren, wie es z.B. Ludwig Feuerbach in seiner Schrift „Über das Wesen des Christentums“ im 19. Jahrhundert tat? Diese und viele weitere Fragen, die die Funktionsweise religiöser Ideologien in der und für die bürgerliche Gesellschaft betreffen, werden in dieser Vortrags- und Diskussionsveranstaltung zu klären versucht werden.

Zum Download des Vortrags als pdf klicke bitte hier.

Die Deutschen und ihr Führer

Immer wieder stößt man auf dem Nachrichtenportal von web.de auf interessante Neuigkeiten aus Politik, Gesellschaft und Boulevard, darunter auch manchmal Nachrichten, die es wert sind, auf einem antifaschistischen Webblog behandelt zu werden. Die Ehre zitiert zu werden, gebührt aber wohl der Originalquelle stern.de. Dortwurde
nämlich eine Umfrage veranstaltet, ob die deutsche Bevölkerung auch positive Aspekte am Nationalsozialismus ausmachen kann.
Immerhin 25% antworteten mit Ja, u.a. wegen der Autobahn und der Familienpolitik. Ist das skandalös? Eine staatliche Förderung der Kinderzeugungsquote steht doch, wenn auch nicht unter offen biologistischen und rassistischen Vorzeichen, derzeit auch ganz oben auf der Agenda der bürgerlichen Parteien – und gegen Autobahnen kann doch nun wirklich niemand etwas einzuwenden haben. Theodor W. Adorno schreibt dazu in dem bekannten Aufsatz „Was bedeutet: Aufarbeitung der Vergangenheit“:
„[D]er antifeudale, durchaus bürgerliche Nationalsozialismus hat durch Politisierung der Massen, gegen seinen Willen, der Demokratisierung [Deutschlands nach dem 2. Weltkrieg] in gewissem Sinne sogar vorgearbeitet. Junkerkaste wie radikale Arbeiterbewegung sind verschwunden; zum ersten Mal ist so etwas wie ein homogen bürgerlicher Zustand entstanden.“

„Homogen bürgerlicher Zustand“, was kann man sich Besseres wünschen? Diese ständig meckernden Gewerkschaften und Studenten gehen einem doch wirklich auf den Sack. Die Leser von web.de sind da konsequenter: Bei der dortigen Online-Umfrage attestierten 52% der Befragten dem Nationalsozialismus positive Eigenschaften, an der Umfrage nahmen 32035 Personen teil (Stand: 17.10., 22:30).1
Um mal ein wenig unpolemischer zu werden: Wenn man prinzipiell die bürgerliche Art, Politik zu machen, gut findet, wird man, wenn man bei einer ernsthaften Beschäftigung mit dem NS zwangsläufig auf einige positive Aspekte dessen Politik stoßen. Ist das ein Argument, den gesamten Nationalsozialismus gut finden? Wohl kaum. Das Umfrageergebnis der „Stern“-Umfrage ist also weniger ein Indiz für die faschistoide Einstellung vieler Bundesbürger (was nicht heißt, dass es die nicht geben würde), sondern für die Verlogenheit derjenigen, die den Nationalsozialismus nur als das Böse schlechthin kritisieren können.

  1. Es ist natürlich klar, dass eine solche Umfrage keinerlei statistische Aussagekraft besitzt. [zurück]

Neues communistisches Diskussionsforum

Allen, die sich digital über communistische Theorie austauschen wollen, sei dieses gerade im Entstehen befindliche, neue communistische Diskussionsforum empfohlen. Mit der Auflösung des alten „kf“ als aktive Diskussionsmöglichkeit ist eine schmerzliche Lücke entstanden, die dieses Forum vielleicht schließen kann. Schaut einfach mal vorbei und diskutiert fleißig mit.

Der Direktlink: http://comfor.uttx.net




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