Archiv für September 2007

Antifa is never dead

An alle, die schon befürchtet oder gehofft haben, wir, die so genannte „Nestbeschmutzer“-Antifa Horgau wäre am Ende: keine Sorge und zu früh gefreut. Nach der gescheiterten Sommersause, mit der wir um ehrlich zu sein nichts weniger vorhatten, als genügend Leute für die Ausrufung einer Räterepublik in Horgau zusammenzutrommeln, waren wir zwar tatsächlich etwas desorientiert (manche fingen schon an, in Paranoia zu verfallen und abwechselnd den CIA, den BND und die Al-Kaida für das schlechte Wetter verantwortlich zu machen), haben die Sommerpause jedoch dazu genutzt, um unsere Theorie an Foucault, Adorno, Hegel und Walter Benjamin zu schärfen und an zahlreichen Urlaubsorten dieser Welt unsere Kampfkräfte zu regenieren. Gründe, den Kampf auch nur eine Sekunde aus den Augen zu lassen, gibt es schließlich wenige: Deutschland ist nach wie vor ein Land des projektiven Hasses, ob er sich nun gegen Inder bei einem Volksfest oder gegen Obachlose entlädt1 entlädt. Aber auch sonst gibt es genug Zwänge, die uns der Kapitalismus, „der alte Schlawiner“, wie Peter Licht ihn einmal treffend bezeichnet hat, so auferlegt. Man denke nur an den baldigen Anbeginn der Schule… Ohnehin haben wir den Eindruck, dass Kapitalismuskritik in der Linken oft viel zu abstrakt betrachtet wird. Was spricht dagegen, auch mal so konkrete Missstände wie das totale Rauchverbot (nicht nur) an Schulen zu thematisieren, was ja mit einer ziemlich widerlichen Gesundheitspropagandakampange der Regierung verbunden ist, die sich wiederum sehr gut mit dem Foucault’schen Terminus der „Biopolitik“, also dem Versuch des bürgerlichen Staats, die vollständige Kontrolle über die Körper seines „Menschenmaterials“ zu gewinnen, beschreiben lässt. Flankiert wird das wiederum von den Sexual- und Gesundheitsratgebern, die uns von web.de und anderen Repräsentanten der „Aufklärung“ im 21. Jahrhundert so alltäglich vorgesetzt wird. Auch hier tuen sich glaube ich ziemlich wichtige Felder der Kritik auf.
Bei einer Schülerdemo für „Mehr Demokratie an Schulen“ wurde auf jeden Fall ziemlich viel von mehr demokratischer Mitbestimmung im bayrischen Schulsystem gefaselt, aber als wir anfingen „Einzig darum sind wir hier – in der Schule Rauch und Bier“ und ähnliche subversive Forderungen zu skandieren, wurden wir doch recht schief angeschaut. Dabei macht doch das ganze Demokratiezeug einfach nur Sinn, wenn man auch konkrete Forderungen für Veränderungen hat. Wenn Mitbestimmung nur das formale Recht bedeutet, Ja oder Nein zu sagen, ohne dass dies irgendwelche Konsequenzen hat, kann man es auch gleich bleiben lassen und wird mit solchem abstrakt bleibendem Demokratieidealismus auch niemals die Massen begeistern, sondern weiterhin, und das zu Recht, als verträumte Spießer belächelt werden. Die geringe Teilnehmerzahl, so zwischen 20 und 30, spricht Bände, ebenso das betont „engagierte“, staatskonforme Auftreten der AnfühererInnen dieses Politikacts. Sind halt alles Leute, die mal bei den Grünen oder der SPD Karriere machen werden, die von wirklich subversiver Antipolitik aber rein garnichts verstehen (und verstehen wollen). 2 (mehr…)




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